Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 47 = 2.F. 11 (1904))

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Kuttner,

„samilienrechtliches Verhältnis'"o) begründet werden,
wie es sonst nur zwischen Eltern und deren ehelichen leiblichen
Kindern besteht.
Weder die Begründung der elterlichen Gewalt — etwa
analog dem Römischen Recht — noch die Begründung eines
gesetzlichen Erbrechts — wie im Code civil — bilden den
notwendigen Kern der Annahme an Kindes Statt.
Denn das Erbrecht des Kindes kann im Annahmever-
trage rechtswirksam ausgeschlossen werden, ohne daß dem Wesen
des Instituts irgendwie Abbruch geschähe (B.G.B. § 176?l).
Und ebenso kann die elterliche Gewalt wenigstens
teilweise — soweit sie in der Nutznießung am Kindesvermögen
besteht — durch den Annahmevertrag von vornherein aus-
geschlossen werden (§ 17671). Die elterliche Gewalt kann sogar
ihrem gesamten Umfange nach „verwirkt" werden — z. B. im
Falle des Abschlusses einer nichtigen Ehe zwischen den durch
Adoption verbundenen Personen (§ 1771 Abs. II Satz 1),
oder im Falle eines an dem Kinde verübten Verbrechens
(§ 1680) — oder die elterliche Gewalt kann „verloren"
werden — z. B. im Falle der Verheiratung der Adoptiv-
mutter (§ 1697) — dennoch bleibt das Adoptionsverhältnis
in seinen rechtlichen Wirkungen durchaus bestehen. Und wenn
ein Volljähriger oder ein für volljährig Erklärter adoptiert
wird, tritt eine elterliche Gewalt des Annehmenden sogar
überhaupt nicht ein (§ 1626).
2) Dagegen unverrückbarer und unabänderlicher") Inhalt
der Adoption ist, daß das Kind im Verhältnis zum Annehmen-
den in samilienrechtlicher Hinsicht „die Stellung eines ehelichen
Kindes erlangt" (§ 1757Y.
10) Der Ausdruck ist in den §8 194 Abs. 2, 200 Satz 2 B.G.B.
und in Art. 22 Abs. 2 E G. z. B.G.B. verwendet.
11) B.G.B. 8 176? n: „Im übrigen können die Wirkungen der An-
nahme an Kindesstatt in dem Annahmevertrage nickit geändert werden."

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