Full text: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 45 = 2.F. 9 (1903))

Vorvertrag und die rechtliche Natur der sog- Realkontrakte. 23

„vendidit“, „locavit“, — was überall nur auf eine freiwillige
Erfüllung der durch das Legat auferlegten Verpflichtung bezogen
werden kann, — und die rechtliche Wirkung der stattgehabten
venditio, locatio erörtert (wie z. B. in 1. 44 de solut. 46, 3
soben Nr. 3], nam vendendo . . et liberatur, . . et
obligat sibi; 1. 5 pr. de a. e. v. 19, 1 sNr. 1], si ven-
dere damnatus sit et vendiderit. . .; § 1 eod. sNr. 2],
si falso . . se damnatum vendere, vendiderit); oder es
wird, wie in den übrigen Stellen, die Verpflichtung aus dem
Vermächtniß als eine noch unerfüllte vorausgesetzt, aber ohne
Rücksicht auf den Weg. auf dem die Erfüllung durchzusetzen ist,
entweder auf das Bestehen der Verpflichtung zum „vendere"
allein hingewiesen oder der Inhalt der vorzunehmenden ven-
ditio ohne einen Hinweis, was unter vendere hier zu ver-
stehen sei, näher erörtert.
2) Ferner ist es in keiner Weise geboten, das „dam-
natum esse vendere etc.“ auf eine dem Erben auferlegte
Verpflichtung zum Abschluß eines Konsensualkaufes zu
beziehen. „Emere“ und „vendere“ bedeutet nicht bloß
den Abschluß eines Konsensualkaufes, sondern auch, und zwar
ebenso oft, wenn nicht öfter, Erwerben und Weggeben
für Geld, ohne Rücksicht auf die verschiedenen rechtlichen,
möglicherweise oder nach positivem Recht wirklich als erheblich in
Betracht kommenden Stadien in dem Handeln der Kaufparteien
für den von ihnen beabsichtigten Enderfolg. Jene allgemeine,
von dem Bewußtsein der Art der rechtlichen Behandlung und
Rechtswirkung unbeeinflußte Bedeutung der Worte „emere“
und „vendere" kam ihnen im täglichen Leben allgemein und
im Munde der Juristen sehr häufig zu, ebenso wie unseren
Worten „Kauf" und „Verkauf" *).
i) Vergl. Bechmann, a. a. O. Bd. i S. 18 ff., bes. S. 25 u. 28;
Lenel in Jhering's Jahrb. f. Dogm., Bd. 19 S- 20Sff., der aber.

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