Volltext: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 42 = 2.F. 6 (1901))

484 Ernst Heymann, Bedeutung der Ausgleichs Pflicht rc.
oder die Erbschaft auszuschlagen (vergl. Staub bei Gruchot
Bd. 41, S. 611). Wie wenig von einer freiwilligen
Weiterführung des Geschäfts durch zusammengezwungene Mit-
erben grundsätzlich die Rede sein kann, zeigen übrigens die
häufigen Fälle, in denen die Geschäftsführung einem oder
mehreren Testamentsvollstreckern Vorbehalten ist.
Die möglicherweise lange Dauer des Verhältnisses kann
hieran nichts ändern, da die Zwangslage immer die gleiche
bleibt. Das Interesse Dritter aber wird hinreichend durch eine
entsprechende Eintragung des Verhältnisses im Firmenregister
gewahrt, wo die Rechtsnachfolge der Miterben in gleicher Weise
wie der Uebergang des Geschäfts auf einen Einzelnachfolger
vermerkt werden kann (vergl. R.G. Bd. 16 S. 340, preuß.
Kamm.G., Iohow Bd. 15 S. 9).
Uebrigens steht natürlich einer Einigung der Miterben
auf die Fruchtvertheilungsgrundsätze der offenen Handelsgesell-
schaft nichts im Wege (während allerdings der volle Uebergang
in eine offene Handelsgesellschaft oder auch in eine Gesellschaft
mit beschränkter Haftung möglicherweise mit Rücksicht auf die
Beziehungen zu Dritten, insbesondere auf das Vorliegen einer
Testamentsexekutel erschwert sein kann). Ueberhaupt find aber
die in der Gemeinschaft befindlichen Miterben infolge der
familienrechtlichen Ausgestaltung des Instituts auf ein ein-
müthiges Zusammenwirken angewiesen, was freilich die Erb-
lasser bei der Anordnung der nothwendigen Gemeinschaften
nicht immer hinreichend bedenken.

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