Volltext: Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts (Bd. 50 = 2.F. 14 (1906))

5. Das Datum des eigenhändigen Testamentes

III.
Das Datum des eigenhündigen Testamentes.
Von Prof. vr. G. Holder in Leipzig.
Bezüglich des für das eigenhändige Testament in § 2231
BGB. bestimmten Formerforderniffes der „Angabe des Ortes
und Tages" wird teils behauptet teils verneint, daß der an-
gegebene Ort und Tag der Ort und Tag der vollzogenen
Testamentserrichtung sein müffe, so daß nur im Falle der An-
gabe dieses Ortes und Tages die Form des eigenhändigen
Testamentes beobachtet sei. Während der Verfasser (IheringsI.
41, 303 ff.) eine Mittelmeinung vertreten hatte, so hat die
unbedingte Verneinung jener Frage namentlich Ritgen in
Plancks Kommentar und Strohal in seinem Erbrecht ver-
fochten. Dagegen hat das Reichsgericht, wie ein Urteil seines
vierten Zivilsenats vom 7. April 1902 erklärt, „in ständiger
Rechtsprechung den. . . Standpunkt eingenommen, daß un-
bedingt die Datierung der Wahrheit entsprechen müsse" (Entsch.
51, 169). Diesem Ausspruche gegenüber hat Strohal in
der dritten Auflage seines Buchs an seinem gegenteiligen Er-
gebnisse sestgehalten, aber, wie er resigniert bemerkt, als einem
„mit Rücksicht aus die Rechtsprechung des RG. freilich uur
sehr theoretischen" (1, 114). Wie verhält es sich aber mit
deffen nach seiner Angabe ständiger Rechtsprechung? Sie wird

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