III. Buch. Von den Obligationen.
710
§. 380. 381.
negatoria und confessoria actio", die actio finium regundorum', die
actio legis Aquiliae"; sodann können ihm auch die Klagen wegen Entwendung ¬
zustehen", und er kann cautio damni infecti verlangen", und
opus novum nuntiare', auch das interdictum quod vi aut clam erlangens. ¬
Hat der Pfandgläubiger von Anfang an oder hinterher den
Besitz der Pfandsache erlangt, so stehen ihm zudem auch die Besitzklagen
zu", interdicta retinendae und recuperandae possessionis?.
Anm. 1 Vgl. überhaupt Dernburg II. §. 145..148., auch Schmid Cession
1. S. 163..180. Bremer S. 180 fg., insbesondere über das Verhältniß des Pfandgläubigers ¬
zu demjenigen, welcher die Pfandsache beschädigt oder vernichtet: Stölzel
im civ. Arch. XXXIX. 2. [Vgl. übhpt. Kohler §. 10.
2 Die Stellen, welche von Besitz des Pfandgläubigers reden (L. 1. §. 15. L. 36.
40. pr. D. de poss. 41. 2. L. 16. D. de usurp. 41. 3. L. 35. §. 1. D. de pigi.
act. 13. 7. L. 15. §. 2. D. qui satisd. 2. 8.), haben zwar zunächst nur das pignus
im engern Sinn im Auge, und darum wird auch meistens nur dem Faustpfandgläubiger ¬
selbständiger Besitzesschutz durch
Interdicte beigelegt. Savigny Recht des Besitzes ¬
S. 337. [7. Aufl. S. 293 fg.]. Vangerow I. §. 200. A. 1. Aber man muß
doch denjenigen beitreten, welche auch dem Hypothekar, wenn er später zum Besitz gelangt, ¬
die Interdicte, also juristischen (abgeleiteten) Besitz zusprechen: arg. L. 5. §. 1,
D. de pign. 20. 1. L. 37. D. de poss. 41. 2. L. 66. pr. D. de evict. 21. 2. L. 10.
D. de pign. 20. 1. L. 3. Cod. de pign. 8. 13 (14). cf. L. 2. Cod. de distract.
pign. 8. 27 (28). Eigenthümliches gilt bei dem pignus praetorium (§. 372. A. 1.
§. 93. not. m.) Sintenis Pfandr. S. 230 fg. Bruns Recht des Besitzes S. 5 fa.
Windscheid §. 154. A. 3. Stölzel im civ. Arch. XLV. S. 273 fg. [364 fg.]. Dernbur ¬
g II. S. 53 fg. Der letzte widmet noch einen besondern §. 87. der „Charakteristil
des Besitzes des Pfandgläubigers“, worin er die Natur desselben als eines anomalen
(abgeleiteten oder anvertrauten) Besitzes bestreitet. [Hierin und theilweise auch in der
Begründung stimmt mit ihm Kohler §. 9.
§. 381.
e) Nutzung des Pfandes.
Auf die Nutzung des Pfandes hat der Pfandgläubiger regelmäßig
keinen Anspruch. Er macht sich eines furtum usus schuldig, wenn er
ohne Bewilligung des Verpfänders sich des Gebrauchs der verpfändeten
Sache anmaßt".
Ist er aber im Besitz der Sache und diese zur Gewinnung ¬
natürlicher oder bürgerlicher Früchte bestimmt, so muß er
a L. 16. D. de servitut. 8. 1. §. 169. 191. 5 L. 4. §. 9. D. fin. reg. 10. 1. (§. 321.) c L. 17.
(pr.) 30. §. 1. D. ad leg. Aquil. 9. 2. à L. 12. §. 2. D. de cond. furt. 13. 1. L. 15. pr. L. 88 (87)
D. de furt. 47. 2. §. 323. e § 328. A. 3. f §. 330. not. l. 5 L. 11. §. 14. D. quod vi. 43. 24.
§. 329. h L. 1. §. 9. D. de vi. 43. 16. L. 6. §. 4. D. de precario. 43. 26. cf. L. 14. §. 3. D. de
div, temp. 44. 3. §. 135. not. i. §. 172. 173.
» §. 6. J. de obl. ex del. 4. 1. L. 55 (54). pr. D. de furt. 47. 2. cf. L. 9. §. 2. D. de suppellectile ¬
leg. 33. 10.