Full text: Neues Archiv für Handelsrecht (Bd. 2 (1860))

19. Ueber Indossamente, in besonderer Berücksichtigung des Indossaments nach Verfall

17. Ueder Indossamente, insbesondere Indossament nach Verfall. 381

17.
Ueber Indossamente, in besonderer Berück-
sichtigung des Indossaments nach Werfall.
Von
Herrn vr. Rudolph Martin in Hamburg.

Rechtsfall.
Aus einem vom Acceptanten bei Verfall nicht bezahlten
und rechtzeitig protestirten Wechsel, der nach anderen Indos-
samenten ein Blankoindossament des H. und hinter diesem
drei durchstrichene volle Indossamente zeigt, klagt vr. S.,
indem er sich durch das Blankoindossament des H. legitimier
erachtet, gegen denselben H. auf die Regreßsumme.
H. ercipirt: es sei aus dem Proteste ersichtlich, daß zur
Zeit der Protesterhebung auf sein Blankoindossament noch
drei andere jetzt durchstrichene Indossamente folgten, unter
denen der Name des Klägers sich nicht finde, so daß un-
zweifelhaft derselbe den Wechsel erst nach Verfall erworben
und daher, als nach Art. 36 der Allgem. Deutschen Wechsel-
Ordnung nur durch das beklagtische Blankoindossament legiti-
mirt, gegen ihn, den Beklagten, selbst keinen wechselrechtlichen
Anspruch, sondern nach Art. 16 nur die ihm, dem Beklagten,
gegen seine Vormänner und den Acceptanten zustehenden
Rechte habe.
vr. S. replicirt: der eingewandte Art. 16 setze voraus,
daß das Indossament, das, als nach Verfall gegeben, keine
wechselmäßige Haftung zur Folge haben solle, auch wirklich
erst nach Verfall auf den Wechsel gesetzt worden, während
schon die Cople des Wechsels in dem vom Gegner angezogenen
Protest das Indossament des Beklagten enthalte. Er, Kläger,

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