Full text: Neues Archiv für Handelsrecht (Bd. 2 (1860))

Die Löschungs - Clauseln.

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bürg und Melbourne fahrenden Packetlinie seit mehreren
Jahren in Gebrauch, und zwar, wie es scheint, ohne daß
bis jetzt über die Verletzung der Interessen von Abladern oder
Empfängern Klage geführt worden wäre. Die Clausel wird,
eingezogener Erkundigungen zufolge, hauptsächlich deshalb
beigefügt, um dem Schiffer die Möglichkeit zu geben, Waaren,
für die kein Empfänger sich meldet, sofort zu realisireu, zu-
gleich entweder langwieriger Proceduren oder der Nothwendig-
keit, richterliche Hülfe nachzusuchen, überhoben zu werden, und
endlich um den Anspruch auf baldige Erlangung der Fracht
zu sichern. Es hatte sich nämlich gezeigt, daß bei den vielen
nach Australien gemachten Consignationen, dem bedeutenden
Schwanken der dortigen Preise, und der stets wechselnden
Bevölkerung daselbst, viele Waaren, insbesondere kleinere
Colli, unabgefordert blieben, so daß die dortigen Agenten
der Rhederei nicht wußten, wie sie sich, ohne weitläufige und
kostspielige gerichtliche Verhandlungen zu veranlassen, in Be-
ziehung zu den Waaren verhalten sollten.*) Dem sollte ab-
geholfen werden. — Je nach den Umständen des einzelnen
Falls machen übrigens die Schiffer von jener Clausel ent-
weder Gebrauch, oder stehen von der Anwendung derselben
ab. Jedenfalls ist diese Clausel eine heilsame Drohung für
den uegligenten Empfänger.

Hiemit schließen wir für jetzt unsere Mittheilungen über die
Connossements-Clauseln unter dem Vorbehalte, falls uns mit-
theilenswerthe neue Contracts-Arten aus dem Frachtverkehr
Vorkommen sollten, dieselben nachträglich zusammenzustellen.

*) Manche Rhedercren schützen sich, indem sie stipuliren, daß für "an
Ordre" verladene Waaren die Fracht schon am Abladeplatz zu
zahlen ist.

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