Full text: Neues Archiv für Handelsrecht (Bd. 2 (1860))

nach gemeinrechtlichen Grundsätzen.

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dies sei geschehen. Ob im Uebrigen die Ladung eine andere,
und zwar eine geringere Sorte sei, als das gewöhnlich in
Hamburg unter der Bezeichnung ^St. Martens Rothholz"
bekannte Holz, sei gleichgültig, da die Verkäufer durch die
Clausel «Qualität teile quelle" von einer Verantwortlichkeit
hiefür dispensirt seien. *
Das Handelsgericht und das Obergericht traten
indessen den Verkäufern hinsichtlich dieser Auffassung der Clausel
nicht bei. In dem handelsgerichtlichen Erkenntnisse vom
17. October 1857, welches in Betreff dieses Punktes am
18. Januar 1858 von der zweiten Instanz confirmirt wurde,
heißt es:
«Die Beklagten stützen ihre Empfangsweigerung auf
die Behauptung, daß die ihnen angewiesene Waare eine
andere Sorte Rothholz sei, als diejenige, welche an der
hiesigen Börse unter der Benennung «St. Martens Roth-
holz" verstanden wird, während der Kläger auf den Empfang
der Waare besteht, weil dasselbe von Santa Marta her-
ftamme; nun ist aber in der Schlußnota Nichts enthalten,
was zu der Auffassung Veranlassung geben könnte, als
hätten die Parteien durch die gewählte Benennung der
verkauften Waare diese nur nach ihrem Ablade- oder
Ursprungsort, und nicht der Sorte nach, bezeichnen wollen,
in der Art, daß der Verkäufer verpflichtet zu achten
wäre, unbedingt von Santa Marta abgeladenes Rothholz
zu liefern, und die Käufer, jede Sorte Rothholz, welches
von dort abgeladen sein sollte, zu empfangen; es ist viel-
mehr bei dem in Hamburg abgeschlossenen Handel davon
auszugehen, daß die Parteien bei der von ihnen gewählten
Bezeichnung der verkauften Waare dasjenige verstanden
haben, was überhaupt an der hiesigen Börse unter derselben
verstanden wird.
Die Clausel «Qualität teile quelle" bezieht sich
gar nicht auf die vorbemerkte Frage, hat vielmehr nur die
Bedeutung, daß die Beklagten nicht dawider Einwendungen
würden erheben können, wenn sich unter der zum Empfange

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