Full text: Neues Archiv für Handelsrecht (Bd. 2 (1860))

12. Zur Lehre von den Ueberliegegeldern.

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Rechtsauffaffung beruhen, sind die ohne nähere Bestimmung
nach ^ Tagen" festgesetzten Liegezeiten von laufenden Tagen
(rmuiing days) zu verstehen. (No. 6 Chaigneau)
7. Ist der Schiffer berechtigt, das Maaß des
Ueberliegegeldes auch bei seinen Ansprüchen wegen solcher
Zeiträume des Aufenthalts zu Grunde zu legen, in Betreff
deren der Frachtcontract nicht auf dasselbe verweiset? (Ver-
schieden beurtheilt in No. 4 Peöasco.)
8. Eine zufolge des Contractes und der vorgekommenen
äußeren Umstände gerechtfertigt erschelnende Ueberlicgegeld-
Forderung bedarf weder einer weiteren Begründung durch
die Nachweisung eines wirklichen, und zwar so großen, Interesses
des Schiffers, noch braucht der Schiffer sich auf die Be-
hauptung des Befrachters einzulassen, daß für ihn, den
Schiffer überhaupt kein, oder kein so großes, Interesse vor-
handen gewesen sei; noch ist andererseits die Geltendmachung
eines größeren Interesses Seitens des Schiffers statthaft.
(No. 3 de Mundaca; No. 4 Penasco; No. 5. Spiesen.)
9. Ist es dem Schiffer beizumessen, daß der Befrachter
die Liegezeit oder einen Theil derselben nicht benutzen konnte,
so findet kein Anspruch auf Ueberliegegeld, resp. insoweit,
Statt. (No. I Döllner; No. 2 de Olana y Anitua.
Vgl. übrigens unten No. 12.)
10. Es ist keine statthafte Einrede des Befrachters gegen
eine wegen ganz unterbliebener oder ungenügender Beladung
erhobene Ueberliegegeldforderung des Schiffers, daß derselbe
beim Ende der contractlichen Ladezeit sein Schiff nicht in
segelfertigen Zustand versetzt habe. (No. 4 Penasco.)
11. Die Einrede des Befrachters ist verwerflich, daß er
durch casuelle Umstände verhindert worden sei, die zu verladen
beabsichtigten Maaren rechtzeitig in Bereitschaft zu haben.
(No. 3 de Mundaca.)
12. Welche Folgen hat es für die Ueberliegegeldforderung,
wenn der Befrachter während der in Betracht kommenden
Liegezeit, oder eines Theils derselben, durch casuelle Umstände
(Eiszustände u. dgl.) factisch verhindert wird, die ihm con-
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