Full text: Neues Archiv für Handelsrecht (Bd. 2 (1860))

bei ContractS»Unterhandlungen.

209

Von den auf das Bisherige gestützten vom Kläger
cumulirten Klagen kann
s. von der doli actio hier keine Rede sein. Denn
abgesehen davon, daß sie, wenn, wie bier, erst nach
zwei Jahren angestellt, nur auf den Gewinn gerichtet
werden kann, den der Beklagte von seinem dolus erzielt
hat,
L. 28 Dig., L. ult. Cod. de dolo malo,
— was der Kläger hier nicht gethan hat — so ist dieselbe
bekanntlich nur dann statthaft, wenn es an einer andern
geeigneten Klage fehlt, was, wie sich gleich zeigen wird,
hier nicht der Fall ist. Denn
b. die actio ernti ist die völlig geeignete Klage.
Mit dieser kann wegen wissentlicher, also doloser Verschweigung
wesentlicher Mängel aller Art einer verkauften Sache auf
das volle Interesse geklagt werden,
L. 45 Dig. de contrah. emt. L. 13 Dig. de act.
ernti,
und es ist klar, daß in diesem Falle, wo Papiere vorliegen,
die einen bestimmten Cours haben, die Leistung des Interesse
mit der Aufhebung des Kaufs zusammenfällt; und eben
so ausgemachten Rechtens ist es, daß bei dieser an strengere
Bedingungen geknüpften Klage die kurze Verjährungsfrist
der actio redkibitoria nicht eintritt,
Uuterholzner VerjährungslehreBd.2S.344.345;
von Vangerow Lehrbuch der Pandekten Bd. 3
S. 368.
Zwar beruft sich der Beklagte gegen den Vorwurf
eines arglistigen Verfahrens darauf
1) daß er in seinem Programme gerade in Betress
der Zinsengarantie auf das Großherzogliche Decret vom
8. Dec. 1852 Bezug genommen habe, welches im Monitore
Tos cano publicirt gewesen sei, und auch bei ihm zu
Jedermanns Einsicht offen gelegen habe.
Allein binnen der kurzen am 18. April 1853 zum
Einzeichnen gestattet gewesenen Frist vor nur wenigen

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer