Full text: Neues Archiv für Handelsrecht (Bd. 2 (1860))

bei Contracts - Unterhandlungen.

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sein Käufer und Nachfolger, welcher den ordentlichen Werth
des Hauses bezahlte, kam durch die bald darauf eintretende
Nothwendigkeit des (unentgeltlichen) Abbruches in schweren
Verlust." — Unser Titus Claudius wurde übrigens zur vollen
Schadloshaltung seines Käufers verurtheilt.
Cicero sieht dies Ergebniß als völlig gerechtfertigt an,
und erwähnt auch nicht, daß eine abweichende Ansicht irgend-
wie verlautbart worden wäre.
Der letzte hier mitzutheilende von Cicero recht anschaulich
erzählte Fall ist folgender:
4. «Cajus Canius, ein römischer Ritter und sehr ver-
mögender Mann, begab sich nach Syracus, und ließ dort
verlauten, daß er Neigung habe, einen Landsitz zu erwerben,
um gelegentlich auserwählte Freunde in ländlicher Zurück-
gezogenheit bewirthen, und überhaupt in schöner Umgebung
von dem Gewühl der Hauptstadt sich erholen zu können.
Dies erfuhr ein gewisser Pythius, ein Handelsmann zu Syracus
(qm argentariam faciebat Syracusis). Er machte sich an
den Canius, und bemerkte ihm beiläufig, er besitze eine hübsche
Villa, welche ihm freilich nicht feil sei, von der übrigens
Canius so, als wäre sie die seinige, Gebrauch machen möge.
Auch bat er denselben auf den folgenden Tag nach jenem
Besitzthum zu Gast. Als Canius die Einladung angenommen
hatte, ließ Pythius, welcher als bedeutender Geldnegoziant
unter allen Ständen Verbindungen hatte, "Fischer zu sich kommen.
Er verabredete mit ihnen, daß sie am folgenden Tage vor
der Villa fischen sollten, und ertheilte ihnen auch noch sonstige
Instructionen.
Canius stellte sich rechtzeitig beim Pythius ein, und fand
eine reich besetzte Tafel. — Vor ihren Blicken ausgebreitet
lag das Meer und auf demselben bewegte sich eine Menge
von Fischerbarken. Die Fischer brachten, was sie gefangen
hatten, zum Pythius und stellten es ihm an. — Woher, rief
Canius verwundert, die vielen Fische; woher die vielen
Barken? — Das ist nichts Besonderes, erwiederte Pythius,
was an Fischen nach Syracus geliefert wird, das wird alles

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