Full text: Beiträge zur Kenntniß des Rechts der freien Hansestadt Bremen (Bd. 1 (1837))

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»hene Geld bezahlen, sobald das Schiff zur Stelle
»kommt, welche im- Bodmereyvertrage bestimmt
»ist. u. s. w.
Wir sehen nun aus dem Allen, daß die neuere Dänische
Gesetzgebung die frühere Ansicht vom Jahre 1561, welche
dem Schiffer jede Befugniß und jeden Weg abschnitt
den Rheder rein persönlich zu vmculiren, nicht allein bek-
behalte n hat, sondern auch, daß sie der Ansicht gewesen
sey, die Befugniß des Schiffers Wechsel auf seine
Rheder zu trassiren stehe schlechterdings damitnicht
im Widerspruche; sie hat also nothwendig in letzterer Be-
ziehung dem Rheder die freie Befugniß gelassen dm
Wechsel zu honoriren oder abzuweisen.
-Eben diese Bestimmung ist nun aber ganz wört-
lich aus dem hanseatischen Seerechte in das
Dänische Recht herübergenommen; und da nun
die Sache selbst schon gewiß seit der Promulgation des
Dänischen Seerechtes vom Jahre 1561 bestanden hat,—
so folgt hieraus wieder, daß man bei solcher Wechsel-
ziehung, seitdem sie üblich gewesen ist, also schon vor der
Erscheinung des Hans. Recesses vom Iahte 1581, stets die
Acceptation von der Willkühr des Rheders abhängig ste-
halten habe,— daß also auch die Hanseaten eben
diesen Sinn mit ihrem Gesetze verbunden
haben; indem es sich gar nicht denken läßt, daß zwei
benachbarte, in unaufhörlichem Verkehre stehende und zum
Lheik in einander verschmolzene Völkerschaften dieselben
Ecsetzesworte in ganz verschiedenem Sinne verstanden,
und denselben und einer hundertjährigen Gewohnheit, (der
Lrassirung von Wechseln) eine- so schroff widersprechende.

„Redere« wahrscheinlich deshalb statt des Schiffer-,
weil, vermöge der angeführten strengen Gesetze gegen
die Bodmerey, bis dahin der Rheder wegen einer
Bodmereyschuld überhaupt gar nicht, auch nicht ein-
mal durch den rcgressirenden Schiffer, belangt werden
konnte, im neueren Rechte hingegen verstand sich
nunmehr solche indirecte Verpflichtung von selbst,

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