Full text: Beiträge zur Kenntniß des Rechts der freien Hansestadt Bremen (Bd. 1 (1837))

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bene Versprechen, sie wieder zu Ehren zu bringen u. s. w. i).
- Aus dem Verlöbnisse entspringt eine sofort am Ober-
gerichte klaabare Verbindlichkeit, und ist der Säumige ge-
halten, für einen etwaigen Aufschub hinlängliche Gründe
anzuführen 2). Verwittweter Personen Bcrlöbniß kann
indeß nicht zur Ehe führen, bevor die Trauerzeit^bei dem
Manne 6 Monate, bei der Frau aber IN Monate ge-
dauert. Die Dispensationsbefugniß steht hier demMML
auf den Antrag' des Civilstands-Beamten zu 3). -
Die aus dem Verlöbnisse entspringende LLMLüV.
bindlichkeit ist auf Wollucbung der Ehe gerichtet, Leistung
einer Entschädigung kann dabei nur subsidiair eintrcten 4).
Weigert der Beklagte nämlich hartnäckig die Ehe,, so fin-
det ein absoluter Zwang nicht mehr Statt * * 3 4 5 6), wenngleich
das Oberqericht. einmal erklärt hat, daß es auf die An-.
Wendung gelinder Mittel zur Beugung des Ungehorsams
keineswegs ganz verzichtet habe 6). In neuerer Zeit ist
indeß niemals Gebrauch davon gemacht, sondern man hat
ohne Weiteres die Entschädigungspflicht eintrcten lassen.
Mit dem Anträge auf Verurtheilung zur Ehe kann der
l) A>I n a B u sch c r v. Iac. H e i n r. H e d e r d. 13.
Mai 1816. 4, 212
ö) Hinrich Wigger c. Flügger d. 7. Sept. 1829.
30,192.
3) Civilstands-Vererdnnng von 1816. § 28.
4) Jacob Hilke » Namens Beta Hilken o Gar-
bade d. 7. Juli 1828. 28.400.
54 trüber hielt man bei uns Zwan «sehen für z»lässig.
Nach einer alten Tradition sprach alsdann der Markt-
voat das „Ja" für dcn'störrigen Bräutigam. Das
Genauere dreier Function war selbst auf dem Archive
nicht zu entdecken. Es fand sich nur die Notiz, daß
ein im 17 Jahrhundert dienender und seiner ar-
ge» Streiche wegen abgesetzter Marktvoqt Kat tau
einstmals als Zeuge bei einer Trauung innerlich Nein
bei dem Jaworke des Bräutigams gesprochen, und
damit dieZanberei geübt, daß der Ehemann die
officia nicht habe prastiren können.
6) Siche Note 4.

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