Full text: Beiträge zur Kenntniß des Rechts der freien Hansestadt Bremen (Bd. 1 (1837))

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der Eltern Ansuchen nicht allein anullirt, sondern der
Uebcrtreter dieser Verordnung auch mit Gesängniß, oder
sonstiger Strafe, befundenen Umständen nach, beleget wer-
den sollen.
2) Im Fall aber die Eltern von denen Kindern, ehe
und bevor sie das Eheverlöbniß unter sich verabredet, um
ihre Einwilligung geziemend ersucht worden, solche aber
ohne genügsame Ursache verweigern, so stehet dem Ge-
richte frey, den elterlichen Consens zu suppliren.
8) Minderjährige Personen, welche ihr fünf und
zwanzigstes Jahr noch- nicht zurückgelegt, sollen ohne ge-
richtlich bestellter Vormünder oder Curatoren Zustimmung,
keine Eheverlöbniß eingehen, widrigenfalls nicht allein de-
nen contrahirenden Partheyen daher keine Eheklage noch
Actio ad dotandum zu statten kommen, sondern auch die
Sponsalia, wann die von denen Vormündern oder Cura-
toren dagegen angeführten Ursachen hinlänglich sind, ge-
richtlich annullirt werden; falls aber solche nicht sollten er-
heblich befunden werden, so bleibt dennoch denenselben
frey, durch billigePacta antenuptialia ihren Pupillen, Cu-
randen oder minderjährigen Anverwandten zu prospiciren.
Endlich und
4) Sollen die Herren Camerarii und Gohgräfen keine
Proclamations-Zetteln ertheilen, bevor dieselbe von obge«
dachter Einwilligung der Eltern, Vormündern oder Cura-
toren genügsame Erkundigung eingezogen. Wornach sich
ein Jeder zu richten.
Vormundschafts-Ordnung v. 7. 2tug. 1820.
§. 45. Zu einer Heirath der Pfleglinge ist die Ein-
willigung der Vormünder erforderlich. Diese kann je-
doch, wenn sie ohne hinlänglichen Grund verweigert wird,,
durch das Obergcricht ersetzt werden.
§. 46. Ein Vormund darf weder selbst seine Pfleg-
befohlene heirathen, noch zu einem Verlöbnisse seiner Kin-
der oder Enkel mit den Pfleglingen seine Einwilligung
ertheilen, bevor er selbst der Vormundschaft entlassen ist.

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