Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

88 Württemb. Privatrecht.
der Schriftsteller meist die richtige herauszuwählcn; daß er über
die Punkte, die er berührt, die einschlagenden Gesetze meist
vollständig zusammenstellt, daß er meist deutlich darstcllt, und
daß sein Buch unter den Anleitungen für Schreiber, ^die wir
haben, gewiß die beste ist. Eigenthümliche Anstchten und For-
schungen aber sucht man vergebens, und von keiner der von
ihm berührten Lehren kann man sagen, ^daß er sie weiter ge-
bracht, oder eine frühere Ansicht^ mit neuen Gründen befestigt
hatte. Dabei ist das Buch von Denen, für die es zunächst
bestimmt ist, in manchen Punkten nur mit großer Vorsicht zu
gebrauchen. Denn es enthalt doch auch Vieles offenbar Un»
richtige und Ungenaue, von dem der Hr. Herausgeber zwar
Manches, aber bei Weitem nicht Alles, in Noten berichtigt hat.
Es könnte dieß vielfach mit Beispielen belegt werden. Indessen
würde es bei diesem Buche nicht interessiren, jede einzelne Un-
richtigkeit hier aufzuzahlen, und Res. will daher nur ein paar
Beispiele von solchen offenbaren Unrichtigkeiten anführen, wel-
che zur Charakierisirung der wissenschaftlichen Culturstufe des
Verfassers, und somit auch des Geistes des Buches zum Theil
beitragen. Hauptsächlich gehört hierher, was der Vers, über
den Begriff der verschiedenen Arten der Vermächtnisse sagt. Ein
Universalfideicommiß ist 'nach dem Verfasser ($. 549.) „die
Verfügung des Erblassers, daß sein Erbe die ganze Erbschaft
einem Andern abtreten soll." Der Fall des Universalfideicom-
miffes, den Manche Particularfideicommiß nennen, ist hier
ganz vergessen, und jenes Univ. Fideicommiß vom Verf. ge-
radezu dem Singularfideicommiß entgegengesetzt. Noch auf-
fallender aber ist die Unterscheidung, welche der Verf. zwischen
Sing. Fideicommiß und Legat macht. Er sagt hierüber j). 549
u. 55o: „ein Sing. Fideicommiß ist diejenige Verfügung des
„Erblassers, durch welche dem Erben auferlcgt wird, ein-
„zelne Sachen einem Andern zurückzugeben; und diejenige

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