Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

Unterholzner, üb. d- verschirpenen Arten d. Eigent-ums rc. 67
andere Grundsätze in den Wurf kamen (Lleero, de leg. Agrar.
II.21') und folglich auch ein dominium . anbcrcr 2Irt entstehen
konnte. Wie nun, wenn man Varro auf eine solche bonorum
venditio bezöge? Viertens scheint der Derf. bei rnisslo
damni infecti nur zu bedenken, ob die obrigkeitliche Einwei-
sung wirklich auch weniger als quiritisches Eigenthum-gab;
wahrend er doch vor allem erst Nachweisen sollte, daß die Ein-
weisung überhaupt ein Eigenchirrn gab. Das ließ sich freilich
leicht Nachweisen, da der missus ex secundo decreto von Ju-
lian , Paulus und Ulpian dominum genannt, oder auch gesagt
wird, er besitze jtire dominii. (1. 4- §- penult, und n!t. 1. 5.
D. comraun. divid. 1. 15. l5—17. §. 33. D. dom. infect.)
Daß indessen hier ein bloßes dominium in bonis erzeugt wur-
de, geht aus der lNolhwendigkeit und Möglichkeit der Usuca-
piou hervor. Zwar äußert der Verf.^snot. 5,) denj Zweifel,
ob nicht die Stellen, welche davon sprechen, eine missio ge-
gen einen Nichteigenthümer im Sinne hätten. Doch würde eine
genauere Forschung den Derf. überzeugt haben, daß jener Zwei-
fel nicht den geringsten Halt habe. Einmal sollte gerade durch
die missio ex secundo decreto hauptsächlich die Usucapion be-
zweckt werden, so daß man die rnissiö nur in soweit gewahrte,
als dieser Zweck zu erreichen war (1. i5. 26. u.a7* D, damr.
infect.). Damit^ läßt sich aber jene singulare Beziehung der
Usucapion auf die missio gegen einen Nichteigenthümer un-
möglich vereinigen. Ganz in demselben Sinne wird denn 'auch
die Usucapion allenthalben so sehr als natürliche Wirkung der
missio angesehen (1. 5. pr. D. eod., L 3. §. 23. D. de possess.),
daß man für die Zeit, aus welcher die Pandecten - Fragmente
rühren, an jene singuläre Beziehung gewiß nicht denken kann.
Ausserdem darf man sogar nicht behaupten, daß die rnissio gegen
irgend eine Person eigentlich^ gerichtet gewesen scy. Wenn nach
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