Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

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Strafrecht.

darüber, daß sie etwas schreiben — lag weder daran, daß es
an guten Lehrbüchern fehlte, noch in der dem Derf. etwa nvth-
wendig scheinenden Abweichung von allen andern bisherigen
Versuchen in der Behandlungs Art der Wissenschaft, der Ent-
wicklung und Darstellung der einzelnen Lehren und Satze; denn
diese ist im Ganzen nach der gewöhnlichen und gangbaren dog-
matischen Methode geliefert; sondern, mehr als das Bcdürfniß
die s. g. Theorie des psychologischen Zwanges in eine
Warnungs-Theorie zu verwandeln, die übrigens den beson-
dern Theil ziemlich unberührt laßt, ist der Umstand hervorzu-
heben, baß der Verfasser, als Mitarbeiter an der neuen für das
Königreich Hannover bestimmten Criminalgesetzgebung, und als
Herausgeber der Motive des Entwurfs, es natürlich wün-
schen muß, die künftigen Criminal-Richter des Vaterlandes
gleich bei dem ersten Eintritt in die Wissenschaft mit solchen Grund-
sätzen und Ansichten vertraut zu machen, die sie einst in Ausü-
bung bringen können. Bestimmt ist dieser zwar nicht ausgespro-
chen, so wie es auch noch nicht entschieden ist, ob der Entwurf
die landesherrliche und ständische Genehmigung erhalten werde.
Aber diese Annahme ist geeignet, die Gestalt und den Charakter
dieses Werkes naher zu erklären. Geht man nehmlich davon
auö, daß ein Compendium die Aufgabe habe, den bereits ferti-
gen, für eine bestimmte Zeit in sich abgeschlossenen Umkreis ei-
ner Lehre in die nothwendige wissenschaftliche Form zu
bringen, so weit diese, das System, als von der Wissen-
schaft unterschieden, gedacht werden kann, so kann man zu-
nächst sagen, daß für die Criminal-Rechts-Wissenschaft dieser
Zeitpunkt noch nicht erschienen sey; ja er ist jetzt ferner, als
man es selbst nur noch vor einigen Jahren glaubte annehmen
zu '.dürfen, weil neben dem zum Theil noch sehr bestrittenen
Inhalt, jetzt besonders die Fragen-über die Methode und Zu-
sammenhang mit den verschiedenen. Ansichten über die Natur

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