Volltext: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

Rö misch es Recht.

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Zusatz juris wird angebeutet, daß hier nicht an einen eigent-
lichen Besitzer, sondern nur an eine Art von fingirten Besitzer
zu denken sei. Ich würde statt dessen, was v. S. S. 86—89.
sagt, lieber die ganz einfache Bemerkung einschalten, daß im
gerichtlichen Verfahren manchmal von einem Besitze die Rede
sei, wahrend doch nur ein besitzähnliches Verhältniß bei
dem Verklagten vorkomme.
Im §.11. führt die Regel „Plures eandem rem in so-
lidum possidere non possunt**, über welche v. S. eine vor-
treffliche geschichtliche Erörterung giebt, zu einer Untersuchung
über den Ausdruck vacuae possessionis traditio. Hierüber ist
in der verdienstvollen neuesten Ausgabe der Rede proTuilio, (tu
den Anmerkungen zu cap. »7.) ein Tadel laut geworden, den ich
nicht für gegründet halte. Dort heißt es: „Unde pater, minus
recte sensisse Savinium , qui hoc tantum ad emtiones et
venditiones fundorum pertinere statuerit [ü. S. sagt aber
bloS: „am häufigsten^ komme der Ausdruck bei dem Kaufe vor,
was auch natürlich ist, da meistens Kaufurkunden sich erhal-
ten, ] cum pertineat ad omnes caussas , ex quibus rem ha-
bere licere vel etiam dari opertere praestatur. Deinde nec
illud recte idem vir summus ponit, id tantum vacuum non
intelligi, quod ab alio animo possideatur et quod vere ab
alio possideatur. Immo magis ad solam corporalem pos-
sessionem referendum est. Animus enim a venditore ad
emptorem in fundis non difficilius quam in rebus mobilibus
transfertur; sed in corpore differentia est, etc. Ueber den
letzten Theil des Tadels mögen noch ein paar Worte hier ste-
hen. Wenn eine eigentliche corporalis possessio bei einem
Grundstück Statt findet; so wird es schwerlich Vorkommen,
daß ein Dritter thue, als ob er der Besitzer fei, und die non
vacua possessio tradi re. Wenn dagegen der bei Grundstücken
so gewöhnliche Fall einlritt, ubi solo animo retinetur posses-

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