Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

2.1.2. Schweikart, Progr. de delictis, poenalem legislatoris sanctionem secundum jus Romanum et C. C. C. non desiderantibus. Regiom. Boruss. 1826

Schweihart, Progr. de delictis etc. 35
Schweikart (Dr. Ferd. Cai’ol. P. P. O.) Progr. de
delictis, poenalem legislatoris sanctionem secun-
dum jus Romanum et G. G. G. non desideranti-
bus- Regioni- Boruss. 1826. 8 S. 4.
Das vorliegende Programm erörtert in einer kurzen Aus-
führung die Frage, ob nach unsrem positiven gemeinen Rechte
Handlungen, welche in unfern Gesetzen nicht ausdrücklich un-
ter den strafbaren aufgcführt sind, doch bestraft werden dürfen
nach Gesetzes- und nach Rechts-Analogie, b. h. dann,
wenn, entweder ein einzelnes Strafgesetz nach den Grundsätzen
der analogen Anwendung, also wegen Gleichheit d:2 Grun-
des und Aehnlichkeit des Falles auf sie anwendbar war
(Gesetz es analogix), oder aus den, der ganzen positiven Gesetz-
gebung zu Grunde liegenden allgemeinen Principien und dem
Geiste dieser Gesetzgebung sie als strafbar erscheinen würden
(Nechtsanalogie). Unsre Civilisten, welche diesen Punkt meist
auch berühren, erklären sich gewöhnlich dagegen, und zwar
häufig deßhalb, weil Strafgesetze zum jus singulare gehören,
bei welchem ja bekanntlich jede analoge Ausdehnung von den
Gesetzen für unzulasiig erklärt ist. .Daß aber die Strafgesetze
wirklich juris singularis scyen,. haben sie nirgends erwiesen;
auch wäre ein solcher Beweis unmöglich. Die Bestrafung ver-
brecherischer Handlungen folgt unmittelbar aus den allgemein»
sten Rechtsprincipien gerade so sehr als nothwcndig und durch«
aus rechtlich, wie die Heiligkeit der Vertrage aus demselben
als rechtlich noihwendjg nachgcwicsen werden kann, und wer
das Strafrecht zum jus singulare stellen wollte, der müßte
ebenso auch die Verbindlichkeit, einen widerrechtlich zugefügten^
Schaden zu ersetzen, für suris singularis erklären. Ref. >w chte
auch.nur wissen, von welchem allgemeinen Rechtsgrundsatze

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