Volltext: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

Bauer, Lehrbuch der Strafrechtswissensch. 23
gangenen Verbrechens die Rede — auf einer sehr nie,
dern Stufe erscheint. Es würde hier zu weit führen zu zei-
gen, wie wenig frei ein solcher willkührlich verbrecherisch han-
delnder Mensch sey. Tiber man muß es als eine Anerkennung
eines höher» und würdigern Grundes annehmen, daß der Ver-
fasser doch seine Warnung durch das Strafgesetz nur als hin-
zutretendes neues Motiv, zu andern bereits voraus-
gesetzten, und nicht als das ausschließende behauptet,
wie es, im Verkennen der sittlichen Natur des Menschen an-
dere Vertheidiger der Androhungstheorieen thun. — Von
den Gründen der Aufhebung der Strafbarkeit, heben wir
nur die Criminal-Derjahrung hervor 124, um eine 'Be-
merkung zu machen, die fast sämmtliche Compendien betrifft,
welche in dieser Lehre, bei einer auffallenden fast wörtlichen
Uebereknstimmung bona fide behaupten, der historische Ur-
sprung sey die Ausdehnung der Prascription der Civil-
klagen auf Anklagen. Waren von den Criminalisten wirk-
liche historische Forschungen hierüber angestellt worden, so wür-
den sie diesen Satz nicht mit so entschiedener Gewißheit be-
haupten können, und ihn kaum als Hypothese wagen. Die
Freunde der Wissenschaft werden sich freuen, im zweiten
Th eile des neuen Werkes von Unterholz n er über die
Verjährung eine von der gemeinen abweichende, in sich
consequente Theorie dieser Lehre zu finden, deren neue Re-
sultate durch zusammentreffend'e innere Gründe zum mindesten
so viele Wahrscheinlichkeit haben, daß man ihnen die früher»
Versicherungen nicht mehr entgegenstellen darf. Wir verlassen
den allgemeinen Thell, so gern wir auch noch manche interes-
sante Punkte beleuchten möchten, um sie zur Sprache zu brin-
gen, und schließen mit einer Bemerkung gegen §. izb. Not. b.
wo von Strafschärfungsgründen die Rede ist.
Im Allgemeinen mag nach gemeinem Rechte die Größe des

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