Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

Römisches Recht.

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condictio competit: doch spricht auch wieder dagegen, daß
nachher die durch consensus begründete obligatio nicht beson-
ders angeführt wird; obgleich die aus dieser Auslassung zu zie-
hende Schlußfolgerung keinen entscheidenden Beweis liefern kann.
'Eine andere dafür sprechende Stelle ist die 1. 28. §. 4. D. de
jurejur., wo namentlich als möglich angeführt wird, daß die
ccrti condictio mit der mandati actio und der actio pro so-
cio concurme. Doch laßt sich der Fall denken, daß die Fode-
rung aus dem mandatum und der societas durch eine certi
stipulatio (ohne növandi animus) geregelt worden ist, und
dann würde sich die certi condictio auf ganz unlaugbare
Grundsätze zurückführen lassen. (Die Art, wie der Derf.
S. 67. diese Stelle erklärt, scheint mir nicht genügend.) Ue-
brigens darf auf keinen Fall vergessen werden, daß hier immer
nur von der Zulässigkeit einer certi condictio die Rede ist, und
daher daran gar nicht zu denken ist, daß etwa der Käufer die
gekaufte Sache mit einer condictio verfolgen könne: wenig-
stens würde sich dafür aus den angeführten Stellen kein Be-
weis entnehmen lassen. Dagegen wäre es allerdings möglich,
daß dem Verkäufer wegen des Kaufgeldes eine certi condictio
zugestanden hatte, wenn er der Gefahr der plus petitio sich
aussetzen, und es darauf ankommen lassen wollte, ob er nicht
im Falle des verlornen Rechtsstreits den dritten^ Theil der im
Streit begriffenen Summe noch überdieß werde als Strafe ge-
ben müssen. Auf die mala fides des Klagers dürste denn frei-
lich an und für sich nicht Rücksicht genommen werden: aber
der Verklagte verlor dabei im Wesentlichen nichts, weil ihm,
durch die doll exceptio geholfen werden konnte. Bei den so-
genannten Realcontracten entstehen mit Ausnahme des mu-
tuum, wovon schon die Rede gewesen ist, entweder besondere
mit eigenthümlichen Formeln versehene Klagen, oder es tritt

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