Volltext: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 4 (1828))

198 Römisches Recht.
bedienen: denn da man beinahe kein wissenschaftliches Buch in
die Hand nehmen kann, in welchem nicht der Text verweisende
Zahlen enthalt; so kann man voraussetzen, daß sich jeder, für
den dergleichen Bücher geschrieben sind, an solche Zahlen-
einschiebsel gewöhne, um nicht weiter von ihnen gestört zu wer-
den. Nizr die noch so neue. Erinnerung an die Zeitverschwen-
dung, welche mir das Zusammensuchen der Anmerkungen und
des Textes verursacht hat, konnte mich zu dieser Rüge bewe-
gen, welche leicht für kleinlich gelten dürfte. Daß der Berf.
auch sonst auf Bequemlichkeit wenig Rücksicht genommen, und
z. B. die Ueberschriftcn der einzelnen Seiten weggelassen hat,
welche die Göschen'sche Ausgabe so angenehm machen, hat nicht
so viel zu sagen, da der neue Text nicht so wie der Göschen'sche
-für den täglichen Handgebrauch bestimmt ist. Dazu würde er
sich schon beßwegen nicht eignen, weil in der Aufnahme von
Conjccturen mit großer Freiheit Verfahren ist, und nicht immer
genau genug bezeichnet wird, was als gewiß oder was als un-
sicher zu betrachten ist. Auch hatte in einer Ausgabe, die für
den täglichen Gebrauch dienen soll, auf jeden Fall die Bedeu-
tung der Göschen'schen Auszeichnungen strenger festgehaltc» wer-
den müssen. So z. B. müßte Lvcl. Yer. S. 200. lin. 23.
„Agerio“ Cursivschrift haben. Cod. Ver. S. 214. Z. 20. er-
scheinen die Worte „filiis filiabusve servis ancilla“ als ein
Einschiebsel, für welches in der Veronaer Handschrift gar kein
Raum da ist. Aehnliches ist mir häusig vorgekommen, ohne
daß ich mir es weiter bemerkt hatte. Doch lassen wir Dieses
und gehen zu Wesentlicherem über.
Des Verf's Text weicht von dem Göschen'schen Text sehr
häufig ab. Vieles scheint mir, wenn ich nach einer blos ober-
flächlichen Prüfung ein unmaßgebliches Urtheil wagen darf,
eines unbedingten Beifalls oder wenigstens einer ernstlichen Be-
herzigung werth. Dahin rechne ich Cod. Yer. Pag. 193.

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