Volltext: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1827))

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Staats wissen schäften.

ter, als die geistige Frucht jener interessanten Periode, der Nach-
welt zum Erbthci'l hinterlassen wird. Gedacht und hervorge-
gangen unter den Bewegungen jener Zeit, in welcher die Für-
sten Deutschlands im Vereine mit ihren Völkern die theilS auf-
gelösten, theils verwirrten und zerrütteten Verhältnisse des in»
nern Staatslebens neu zu ordnen versuchten, ist es natürlich,
daß auch dieses Werk den Stempel der Ideen, welche damals
alle Gemüther erfüllten, an sich trug, und es liegt also kein
Verdienst darin, daß es die Grundsätze bürgerlicher Frei-
heit verfocht, die man als den unmittelbaren Gewinn der wn*
zähligen vorangegangenen Leiden betrachtete und die damals
gleichsam von allen Dächern gepredigt wurden. Allein das ist
ein unbestreitbarer Vorzug des Buches, daß es die Resulta-
te einer durch blutige Umwälzungen hindurchgegangenen Zeit
darstcllte, ohne zugleich auch die Auswüchse des Zeitgei.
st es mit aufzunehmen; daß es mit einer Ruhe, Mäßigung
und Besonnenheit seinen Stoff behandelte und die neuen,
oder vielmehr verjüngten Ideen darauf anwandte, welche wirk-
lich in jenen Tagen zu den Ausnahmen gehörte, und die um
so lebhaftere Anerkennung verdient, je mehr der Vers, allent-
halben Spuren einer Originalität verräth, die nur gar zu
häufig die entgegengesetzten Eigenschaften in ihrem Gefolge zu
haben pflegt. Jndeß dieser Originalität, der einen charakteri-
stischen Haupteigenschaft des vorliegenden Werkes, hielt eine an,
dere Eigenthümlichkeit deS Verf. das Gleichgewicht — ein über-
aus Heller praktischer Blick. Dieser gestattete dem Ge-
nius nicht, wenn er auch Lust und Kraft haben mochte aufzu-
fliegen und in den Regionen metaphysischer Spekulationen sich
umherzutummeln, das Anwendbare aus dem Gesichtskreise,
zu verlieren; und statt dem Zuge zu folgen, den die Zeitgenos-
sen in Bildung abstrakter Theorieen einmal genommen hatten,
statt, wie dieß namentlich im Gebiete des Naturrechts und des

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