Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1827))

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Stoelihardt, de coeli vi in jure consp*
ein Calligula, ein Commodus hatten eS sich wohl schön verbe-
ten, wenn es jenen Männern eingefallen wäre, das öffentliche
Recht (ohnehin ein sehr unfruchtbares Feld in einer absoluten
Monarchie) zum Gegenstand ihrer Schriftstellerei zu machen.
Was blieb ihnen also übrig, als dem Privatrecht ihre Thatig-
feit zu widmen? -- So ist ferner bei der Schilderung der
Franzosen die Behauptung (S. Z6.): die meisten Geschäfte
(nach dem Zusammenhänge, in öffentlichen Angelegenheiten)
würden bei ihnen den Frauen überlassen, sehr übertrieben; so
wie auch, waS der Vers. (S. Z7.) als Charakterzug der Teut-
schen anführk, wmens nisi communi saluti intcntafC nicht
eben ist, was man sonst an ihnen besonders zu rühmen pflegt.
Die Bemerkung (S. 57.), daß Nom keine Verordmmgen ge-
gen Selbstmord zu erlassen nöthig gehabt habe, wie das neblig-
1e England sie nöthig habe, wird wohl richtiger aus ihrer be-
kannten moralischen Ansicht über den Selbstmord, als aus dem
Clima erklärt. Warum zwischen Völkern sehr verschiedenen
Himmelsstriches, wie zwischen Europa und Asien, Afrika
und Amerika u. s. w. eine völkerrechtliche Verbindung
nicht seyn könne (S. 4/.), sieht Nec. nicht ein, steht ja
z. B. eine bedeutende Strecke Asiens sogar in einer staats-
rechtlichen Verbindung mit Europa (Rußland). Die Ursa-
che, warum die südamerikanischen Staaten so lange nicht
in den europäischen völkerrechtlichen Verein ausgenommen wur-
den, ist gewiß in Allem mehr zu suchen, als im Clima, wie
der Vers. (S. 48.) meint. Am auffallendsten war aber Nee.
die Behauptung (auf derselben Seite), der Rheinbund habe
nicht bestehen können, weil er aus Staaten von so verschie-
de nenn CUma zusammengesetzt gewesen sey; ebendeßhalb habe
er Zusammenstürzen müssen. Eben damit hatte der Vers, auch ,
dem leutschen Bunde den Stab gebrochen, den er nicht n*
wähnt. Wohl mag das Clima den Umsturz des Rheinbundes

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