Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1827))

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Deutsches Recht.

Für die Geschichte des deutschen CriminalrechtS, besonders
im früheren Mittelalter sind die Rechte der Städte und der
Dienstmannschasten oft eine sehr interessante Quelle, indem sich
hier großentheils criminalisiische Grundsätze weit eher entwickel-
ten und zu Gesetzen feststellien, als in den freien Landgemein-
den und vor den umfassenderen Gerichten. — Auch der hier
mitgetheilten, von Maximilian als Erzherzog von Oestreich an
seiner Stadt Radolphzelle erlassenen Criminalgesetzgebung fehlt
es nicht an einigen interessanten Punkten, besonders für das
Verfahren in peinlichen Sachen. Nur dieses erlaubt Rcf. sich
daraus hervorzuheben. Nach dem Eingänge der Verordnung
war bis dahin das Malefiz»Gericht in der Vogtei und Stadt
„mit offner Thüre vor allermanniglich gehalten und vollbracht
worden." Nach §. I. dieser Malefiz-Ordnung dagegen soll die
Verhandlung und das Urtheil mit verschlossener Thür geschehen,
mit Ausnahme der Sachen die Jemanden an Glimpf, Ehre
oder Fügen (sein Recht) gehen: hier soll das Urtheil den
Partheien öffentlich verkündigt werden. Merkwürdig ist auch
tz. V. die Erwähnung des Stadtklägers, der mit Zuziehung
zweier Verordnten des Raths dem Torquenden die Urgicht
abnahm. Er scheint an die Stelle des. ursprünglichen Privat,
anklagerö mit seinen Eideshelfern getreten zu sein. — Die von
dem Derf. vorausgeschickten Bemerkungen. S. 67—80. dienen,
weniger zun, Nachweise uud zur Erläuterung des Individuellen
bei dieser Urkunde, als daß sie eine allgemeine historische Dar-
stellung der Lage des Criminalrechts in Deutschland in der frü-
her» und damaligen Zeit zu bezwecken scheinen.
VH.
Bemerkungen über den Begriff des Eides. Dom
Herausgeber. S. 90—ioy.
Eine Reihe von Bemerkungen, denen der Hr. Herausgeber
unter diesen Beitragen zum deutschen Rechte ihren Platz an.

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