Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1827))

Cliotin, de crim. raptus.

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die Seitenzahl des Buchs eingerechnete Titel- und das Dedi-
cationsblatt, die Theses rc. wegrechnet, 12 Seiten ein. Von
diesen handeln die ersten 7 (p. 7—14* pars prior) vom Römi-
schen Rechte, und sollen auch nebenbei vom Canonischen han-
deln, von welchem aber die Hauptpunkte und Hauplstcllen durch-
aus übergangen sind< Die folgenden 5 Seiten („pars altera")
berühren (denn mehr kann man nicht sagen) das Französische
Recht, mischen aber dabei wieder Manches herein, was gar
nicht blos auf das Franz. Recht sich bezieht. Im Ganzen fand
Ref. keine neue Ansicht, keine gute, eigenthümliche Begründung
alter Behauptungen, überhaupt keine» wissenschaftlichen Werth,
nicht einmal eine gute Recapitulatio» des Bessern, was bis jetzt
über dieses Verbrechen geschrieben wurde, und man muß wohl
die Abhandlung eine höchst dürftige, unvollständige und geist»
lose nennen, bei der nicht einmal grobe Widersprüche vermieden
sind. Ref. begnügt sich, ein einziges Beispiel von der Art, wie
der Vers, seinen Gegenstand behandelt, anzuführen.
Nachdem im §♦ 1. vom Begriffe und Thatbeftande der Ent- .
führung die Rede war, spricht der Vers, im h. 2. von der
Strafe derselben. Hier erörtert er bann erst die Frage, ob auch
ein Weib an einem Manne, ein Mann an einem Manne, und
der Bräutigam an seiner Braut eine Entführung begehen kön,
ne, ohne zu bedenken, daß diese Fragen offenbar zu §. 1. ge«
hören. Fernei: bejaht er diese Fragen sammtlich, ohne zu be»
denken^ daß er dadurch in direkten Widerspruch mit dem kommt,
was er ln h. 1. sagt. Denn in §. 1. desinirt er Entführung
nach Röm. Recht und namentlich nach der cst. un. de rapt.
virg. durch violenta .. mulieris honestae asportatio, und
sagt bei den Requisiten: „B. necessse est, ut foemina abdu-
cta fuerit etc." Wie kann denn nun auch die Wegführung ei-
nes Mannes Entführung sevn?! Ganz wunderlich schien dem
Ref. auch der Grund, aus dem der Verf. die Frage, ob ein

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