Full text: Kritische Zeitschrift für Rechtswissenschaft (Bd. 2 (1827))

io StaatSwissenschaften.
arbeitet wird, wenn nicht auf Untersuchungen, für die es nicht
paßt, sondern nur auf solche praktische, für das größere gebil-
dete Publikum interessante Gegenstände diese Form Anwendung
findet, wenn nicht kleine Geister sich ihr bemächtigen, die sie
zum Deckmantel ihrer Seichtigkeit und zum Spielzeug der Mo-
de herabwärdigen: so wird dieß gewiß nur dazu dienen, unsere
philosophisch-politische Literatur zu heben, ihr bei Regenten und
Staatsmännern, die nicht die Zeit haben sich durch breite De-
duktionen durchzuarbeiten, Eingang zu verschaffen, und vor Al-
lem das Vorurthejl zu entfernen, mit welchem Franzosen und
Engländer das Dascpn, wenigstens einer politischen, tcutschen
Literatur entweder vornehm ignoriren, oder sie als einen ab-
surden Kram metaphysischer Grübeleien und lächerlicher Subti-
litaten verabscheuen. Daß unsere gerühmte Gründlichkeit und
Tüchtigkeit dabei Schaden nehme, befürchte man nicht. Der
Teutsche hat noch weit dahin, bis man nöthig haben wird, ihn
por allzu großer Leichtigkeit, vor zu schnellem Abspringen, vor
schimmerndem Witze, überhaupt vor einem allzu blendenden
Wesen zu warnen \
Mit dieser anziehenden Form harmonirt nun auch vollkom-
men der Inhalt, und alle die Vorzüge, die oben von
den beiden ersten Banden gerühmt wurden, gelten auch von
dem Zten, und in einem noch höheren Maase. Cs ist nämlich
nicht zu läugnen, daß trotz der durchaus praktischen Richtung
jener früheren Theile im Ganzen, sie dennoch im Einzelnen, na-
mentlich bei Entwicklung der Vorbegriffe im ilsn Bande, durch
manche allzu gekünstelte metaphysische Spekulationen, die hie
und da vielleicht sogar in Spielereien ausarten, ihre teutsche
Abkunft verräthen. Dieß fällt nun in dem vorliegenden Bande
gröstentheiis weg. Schon der rein praktische Stoff, der hier zu
behandeln war, litt cs weniger, und der Vers, selbst, der seit-
dem durch Theilnahmc an bedeutenden legislativen Arbeiten,

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