Full text: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 3 (1856))

7. Reusch, Anleitung zum Instruiren, Decretiren, Referiren im Preußischen Civilprozeß für angehende Juristen

66 Reusch: Anleitung zum Instruiren rc. im Preuß. Zivilproccß.
Anleitung zum Instruiren, Decretiren, Rcferircn im Preußischen Zivilproccß für
angehende Juristen von Dr. Reusch, Stadtgerichtorath. Königsberg 1854.
Verlag von Theodor Thcilc. 8. Xl.lV, 378. 3 Rhthlr.
Dieses Werk, welches seit dem Jahre 1852 heftweise erschienen
ist, enthält eine sorgfältig gehaltene Einleitung über das Actenwesen
überhaupt, und über die Formalien, welche bei der Bildung der Acten
zu beobachten sind. Hternächst folgt eine allgemeine Uebersicht deS
Inhaltes, worin zugleich die Berichtigungen nachgetragen find, welche
durch die Proceßgesetzgebung des Jahrs 1854 nothwendig wurden.
Außer der eigentlichen Anleitung finden sich darin noch drei Anhänge,
über die Gerichtsorganisation und Gerichtsstände, sowie über das De-
posital- und Salartencasien-Wesen, welche nicht zusammen, sondern
S. 95, 201 und 358 abgedrnckt sind. Den Schluß bildet ein ge-
naues und vollständiges Register, welches den Gebrauch deö Buches
wesentlich erleichtert. Der Unterzeichnete hat die beiden ersten Hefte
desselben bereits in diesen Blättern (Band II. S. 42) angezeigt.
Es bleibt deshalb nur übrig, die beiden letzten Hefte in Kürze zu
besprechen.
Die Lehre von den Erecutionen ist nach dem heutigen Stand-
punkte der Gesetzgebung im höchsten Grade schwierig. Dieselbe ist
durch die neuern Gesetze nicht bloß ergänzt, sondern nach und nach
in ihren Grundbestandtheilen umgestaltet worden. Die darüber er-
gangenen Bestimmungen, einschließlich der dahin gehörigen Erläute-
rungen und Präjudicien, sind in den einzelnen Sammelwerken sehr
zerstreut und äußerst schwer zugänglich. Alle bisher erschienenen Com-
pilationen reichen auch nicht aus, um über alle Schwierigkeiten hinweg-
zukommen und sich in dieser Materie vollständig zu orientiren. In dem
vorliegenden Werke findet sich endlich ein paffender Schlüssel zu den
unzugänglichen Räumen dieser Lehre. Man kann dem Verfasser ohne
Schmeichelei nachrühmen, daß er letztere sowohl in formeller als
materieller Beziehung auf eine höchst beftiedtgende Weise bearbeitet
hat. Sogar die angestammte Trockenheit dieser Materie verschwimmt
in der gewählten Lehrmethode, die recht ausführlich ist, und erhält
das Interesse des Lernenden wach und kräftig. Aber es existirt kein
Lob ohne Beimischung von Tadel. Trotz der geistreichen Sorgfalt
des Verfassers lassen sich in verschiedenen Einzelheiten noch Ausstel-
lungen machen, welche wir mit der gewohnten Offenheit darlegen.
Im §. 197 S. 223 wird die Regel aufgestellt: Die Rechts-

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