Full text: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 3 (1856))

43. Michelsen, Ueber die festuca notata und die germanistische Traditionssymbolik

Mi ch elsen: Die festuca notata u. b. germ. Traditionssymbvlik. 485
21. L 3- Sttidjelfeit. Utber die festuca notata und die germanische Tra«
ditionssymboltk. Ein germanistischer, für die königlich baiertsche Akademie der
Wissenschaften bestimmter Vortrag. Zena 1856.
Diese Abhandlung gibt zuerst die nähere Ausführung eines in
der Schrift über die Hausmarke von dem gelehrten Verf. nur an-
gedcutctcn Punktes. Unter den Symbolen, welche bei der alten Auf-
lassung gebräuchlich waren, wird nämlich in den Quellen nicht selten
einer festuca nodata, oder auch notata, gedacht, die Michelsen in
dem so eben erwähnten Buche für ein mit der Hausmarke bezeichne-
tes Stäbchen erklärt. Eine Behauptung, welche er nunmehr voll-
ständig zu beweisen jucht.
Die neueren Germanisten nehmen die festuea notata bekannt-
lich für einen Knotenbalm. '*) Zu dieser Erklärung kamen sie so-
wohl wegen der bekannten Uebertragssormel „Hand und Halm", als
wegen der häufigen Schreibart -nodata“. Die früheren großen Ur-
kundrnkenner Frankreich's und Jtalien'S — wie Mabill on, Du-
cange, Earpenticr, Fuma galli u. s. w. — hielten dagegen
daö in Rede stehende Traditionssymbol für einen Holzstab, und Gleiches
thun noch die Romanisten hinsichtlich der festuea des römischen Rechts.
Näheres bei Michelsen S. 8ff.
Der Vers, führt S. 5 eine Reihe von Urkunden zu Gun-
sten seiner Ansicht auf und bekämpft S. 10 ff. die vorhin erwähnte
Meinung der neueren Germanisten. Ihm zufolge wird in der
Formel „Hand und Halm" das letztere Wort nur der Allite-
ration wegen gebraucht, und wirklich findet sich im Schwedischen da-
für „skaft och sköde: also „Schaft" statt „Halm". Die Schreib-
art nodata ist aber nach Michelsen (S. 11) aus einer in mittel-
alterlichen Urkunden schon frühe nicht seltenen Verwechslung deö
t und d entstanden. Der Verf. stützt sich hierfür besonders auf das
Urkundenbuch von Fumagalli, in welchem z. B. „nodare“ statt
„nofare“, „nodarius“ für notarius"4, „noditiau statt notitia“ steht.
Er gibt zu, daß sich in den Quellen nodata häufiger alö notata
finde, zeigt aber, daß auch diese Schreibart keine Seltenheit ist. Wei-
ter macht er darauf aufmerksam, daß weder in der klassischen, noch

*) Vcrgl. z. B. Grimm, Rechtralterthümer S. 121; SandhaaS, ger«
manisttsche Abhandlungen S. 44.

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