Full text: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 3 (1856))

37. Betrachtungen über die Gerichtsverfassung in Deutschland, und insbesondere in Bayern

Betrachtungen über die GerichtSvcrf. in Deutsch!, u. inSbks. in Bayern. 389
bische Schrift auch gerechten Bedenken unterliegen konnte, ist das
Werk selbst doch eine Leistung, wofür man dem Verfasser sehr dank-
bar sein muß. Seine langjährige Bekanntschaft mit dem preußischen
Strafrechte, seine Thätigkeit in den verschiedenen Reformperioden des-
selben , verbunden mit seiner hervorragenden Stellung unter den
Juristen des früheren gemeinen Strafrechts, sichern seiner Literatur-
beherrschung eine seltene Vollständigkeit und seinem Urtheil eine Reise,
wie sie um so nothiger ist, je bedeutender der zu beurthcilende Stoff
erscheint. Auch die Gegner, oder um diesen kriegerischen Ausdruck
nicht da zu gebrauchen, wo es sich doch nur um verschiedene Wege
zu ein und demselben Ziel handelt, auch Diejenigen, welche im Ur-
thcil des Verfassers iticht immer das ihrige wieder sinden, werden
der maßvollen Haltung desselben alle Gerechtigkeit wiedcrfahren lassen.
Und gerade auf dem Gebiet des preußischen Strafrechts batte die
Kritik und der Gegensatz der Meinungen in einigen neueren Erschei-
nungen einen sehr herben und nichts weniger als wissenschaftlichen
Ton angeschlagen. So gewinnt diese Schrift, welche, waö ihren
Reichthum an Materialien anlaugt, vielleicht nur der Verfasser
so schreiben konnte, noch einen weiteren Anspruch auf unsere Aner-
kennung.

Betrachtungen über die Gerichtsverfassung in Deutschland und insbesondere
in Bayern. Stuttgart 1855. S. 194.
Der Gegenstand dieser Schrift, die Gerichtsorganisation in
Bayern, liegt dem allgemeinen juristischen Publikum zu fern, als
daß eine eingehende Bcurthcilung, die bei mangelhafter Kenntniß der
Lokalvcrhältnissc, natürlich auch nur sehr mangelhaft werden würde,
hier am Platze wäre. An einem Gerichtsorganisationö ge setze fehlt
eö Bayern nicht, ein solches ist schon 1850 erlassen worden, aber
während die Kammern zu verschiedenen Malen auf die Einführung
der angeordnetcn Einrichtungen, die im Ganzen nach französischem
Muster sind, gedrungen haben, weigert sich die Regierung hart-
näckig, den Organismus inö Leben treten zu lassen. Der Haupt-
stcin des Anstoßes scheint die im Gesetze vorgeschriebene Trennung
der Verwaltung und Justiz zu sein. Dieser schon Jahre dauernde
Streit über das Gesetz von 1850 hat zu einer kleinen Literatur An-
laß gegeben, von der wir außer dem vorliegenden Werke nur die

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