Full text: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 3 (1856))

35. Rockinger, Ueber Formelbücher vom 13. bis zum 16. Jahrhundert

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Rockinger: Ueber Formelbücher.

den einzelnen Bestimmungen des Landrechts nachgegangen", sich An-
spruch darauf erworben hätte.
vr. CH. Eisenlohr.

Rockinger r Ueber Formelbücher vom dreizehnten bis zum sechzehnten Jahr.
hundert, als rechtSgcschichtltche Quellen, kro venia lexenlli geschrieben.
München, 1855.
Eine sehr fleißige und verdienstliche Schrift auf einem bisher
beinahe nicht bearbeiteten rechtsgeschichtlichen Gebiet. Rockinger
war bet ihrer Abfassung fast nur an die Quellen selbst gewiesen.
Ja, er hätte dieses Buch ohne Benutzung einer Manuferiptenfamm-
lung, wie die Münchener Bibliothek bietet, gar nicht schreiben kön-
nen, da er fortwährend seine Behauptungen durch Quellen zu be-
gründen sucht, die meistens uncdirt sind. Nur der Styl ist an dem
Schriftchen zu tadeln. Es fehlt dem Verfasser in dieser Beziehung
an der gehörigen Gewandtheit, namentlich ermüdet er durch Breite.
Wir erlauben uns das Ergebniß der Rockinger'schen Unter-
suchung kurz vorzuführen.
Bekanntlich war das deutsche Recht seit der Trennung Ost-
francien's vom fränkischen Reiche an eigentlichen Gesetzen arm. Der
Forscher sieht sich deßhalb meist auf andere, auch nicht sehr reichlich
fließende Quellen hingewiesen, auf Rechtsbücher, Urkunden. Bei
dieser Sachlage verdient es gewiß Anerkennung, daß der Verfasser
auf eine weitere, beinahe noch gar nicht benutzte Art von Quellen
aufmerksam macht, eben auf die Formelbücher seit dem dreizehnten
Jahrhundert.
Diese Mustersammlungen für die Abfassung gerichtlicher Ur-
kunden unterscheiden sich von den älteren, im fränkischen Reiche ver-
fertigten, meistens durch eine theoretische Zuthal, dadurch also, daß
mit den Formeln mehr oder weniger ausführliche juristische Erörte-
rungen verbunden sind. Vergl. Rockinger S. 20 ff. Weiter findet
man in ihnen auch Briefmuster. Doch kommen solche bei älteren
Formelbüchern mitunter ebenfalls vor.*) Ferner hat die Mehrzahl

*) 3.33. in den vonWyß edirten alamannischen Formel« au- dem neunten
Jahrhundert. (Mitthetlungen der antiquarischen Gesellschaft in Zürich, Bd. VII
Heft 2.)

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