Volltext: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 3 (1856))

34. Schellwitz, Das Recht des Autors an seinen Werken

Schellwth: Das Recht des Autors an seinen Werken. 3Si
den fremden und den eigenen Sachen. Hatte Solcher beide gleich
gehütet, so sah man den Beweis der schuldigen Diligentia geführt.*)
Bet der Aufstellung dieses Grundsatzes scheint das römische Recht
nicht ohne Einfluß gewesen zu sein. Freilich bezweifelt solches der
Verfasser, aber ohne Gründe anzuführcn. Ob übrigens der Beklagte
gleiche Sorgfalt auf das Fremde wie das Eigene gewendet, wurde
nur durch seinen Eid entschieden.
Die zweite Frage des Verfassers lautete: Giebt cs höhere Prin-
cipicn, aus denen sich bei den einzelnen Vertragsverhaltniffen die Haf-
tung für den Zufall ableiten läßt?
Stobbe stellt solche allgemeine Grundsätze auf. Dieselben
stimmen im Wesentlichen mit denen überein, welche Al brecht, Ge-
were S. 134ff., entwickelte. Nach ihnen trägt der Contrahent, der
den alleinigen Vortheil auS dem Vertrage hat, auch die Gefahr (so
der Deponent, Commodatar, Pfandgläubigcr). Wenn Jemanden
eine Sache gegen Lohn zur Aufbewahrung übergeben wird, so muß
dieser den Casuö tragen (z. B. der Depositar, welcher das Deponiren
bezahlt erhält). Bei einem zweiseitigen Vertrage, aus welchem beide
Thcile Gewinn ziehen wollen, fällt der Zufall auf den Eigcnthümer,
rosp. auf den, in dessen Interesse der Andere eine Handlung ver-
nimmt. Hillebrand.

Das Reckt des Autors an seinen Werken nach den Grundsätzen des
preußischen Landrechts in einer kritischen Beleuchtung eines Erkenntnisses des
König!. AppcllationSgcrichlS zu Köln, den Bccker'schcn Nachdruck von Th.
KörnerS Werken betreffend. Dargcstellt von vr. H. Schellwth. Berlin.
Verlag der Ntcolat'schcn Buchhandlung. 18.",5.
Der vielbesprochene Nachdrucksprozeß, den die Nicolai'sche Buch-
handlung in Berlin gegen Becker in Köln angestellt hatte, ist durch
ein Erkenntniß des Rheinischen AppcllationsgerichtshofeS in Köln zu
Gunsten des Appellaten Becker entschieden worden. Aus der Dar-
stellung des hohen Gerichtshofes ergibt sich für den Thatbestand des
Rechtsstreites Folgendes. Die Nicolai'sche Buchhandlung hatte durch
Verttag vom 4. Febr. 1833 von der geh. Oberregierungsräthin

*) Eine Ausnahme von diesem Principe s. S. 292. In einigen Verträgen
haftete der Empfänger unbedingt für Diebstahl.
Strit. Zeitschrift für flcfammte RcchtSw. UI. Bd,

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