Full text: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 3 (1856))

26. G. Schöne, Die Amtsgewalt der fränkischen Majores-domus

Schöne: Die Amtsgewalt der fränkischen U^ores-äomus. 241

gliedern zur Ueberzeugung gebracht werden. Die Sache steht gerade
so bet einer einfachen Scheidungsacte.
Das ganze Buch ist ein neues Zeugniß für den Eifer, womit
Bien er seine Studien auf dem Gebiete der Geschichte eines der
merkwürdigsten Rechtsinstitute fortsetzt. Wenn wir mit seinen Resul-
taten auch in dieser letzten Version nicht immer ganz einverstanden
sein können, so hindert uns dieß doch keineswegs an der vollsten An-
erkennung Dessen, was Bien er für die Geschichte der Jury gethan
hat. Wir wissen ihm kein besseres und verdienteres Lob zu spenden,
als daß erst seit seinen Leistungen von einer Geschichte des Ge-
schwornengerichts geredet werden kann.
Marquardsen.

G. Schöne: Die Amtsgewalt der fränkischen I?IaJores-do-
mui. Braunschweig 1856.
Wir erlauben uns, auf dieses klar, gefällig und mit historischem
Tacte geschriebene kleine Buch aufmerksam zu machen.
Veranlassung desselben war die von der philosophischen Facultät
in Halle, Herbst 1853, gestellte Preisaufgabe: Llajorum äomus
officium quod fuerit et qua munitum potestate? Quo denique
modo majores domus summum inter francos locum sibi vindica-
verint? Der Preis wurde dem Verfasser zuerkannt und die vorlie-
gende Schrift erscheint als eine mit Ergänzungen und Aenderungen
versehene deutsche Bearbeitung des gekrönten Aufsatzes.
Schöne vertheilt seinen Stoff in drei Abschnitte. In dem
ersten redet er von den Anfängen und der ursprünglichen Gestalt des
Amtes; in dem zweiten bespricht er die Ursachen und das Wesen
der wachsenden Bedeutung des Majordomats während der Zeit der
Familiengräucl im merovingischen Hause; in der dritten Abtheilung
wird erörtert, wie die karolingischen Majoresdomus auf den fränki-
schen Thron gelangten.
Von den Quellenschriftstellern handelt bekanntlich keiner genauer
von der Stellung dcS Majordomus, namentlich über die früheren
Zeiten des Amtes geben dieselben nur Dürftiges; aber gerade deß-
halb hat die combinirende Forschung hier ein weites Gebiet, welches
seit ungefähr dreißig Jahren mehrfach von Germanisten betreten wurde.
Der Verfasser prüft gewissenhaft die Ansichten der Vorgänger; seine

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