Volltext: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 3 (1856))

21. Goetbeer, Grundzüge des Seevölkerrechts der Gegenwart. Als Einleitung und Register zu der Sammlung officieller Actenstücke in Bezug auf Schiffahrt und Handel in Kriegszeiten

22. Gessner, Das Recht des neutralen Seehandels und eine Revision der darüber geltenden Grundsätze des Völkerrechts

23. Heffter, Das europäische Völkerrecht der Gegenwart. Dritte Ausgabe

202 Göttdeer: Orundzüge des Seevölkerrechts der Gegenwart.
G^iiililzfige «les See Völkerrechte dt»** Gegennnrt. Als
Einleitung und Register zu der Sammlung offizieller Actensiücke in
Bezug auf Schiffahrt und Handel in Kriegszeiten. Von Dr. Adolph
Soetbeer. Hamburg 1854. 8. 48.
Das Hecht des nCutraleit Seehaiulels und eine Revision
der datiibet geltenden Grundsätze des Völkerrechts. Von Ludwig
Gessnet, Dt. der Rechte. Bremen 1853. 8. 175.
Das europäische Völkerrecht der Gegenwart. Von Dr. A. W. Hoff-
ten Dritte Ausgabe. 1855. S. 432.
Wäre es möglich, die Koryphäen des Völkerrechts, wie sie das
17. und 18. Jahrhundert verehrte, einen Hugo GrottuS oder
BynkerShoek, oder gar einen jener gefürchteten englischen Pri-
senrichter «US der Zeit des letzten großen Krieges, Sir William
Grant oder Scott aus dem Grabe zu erwecken und mit der ge-
genwärtigen Seerechtspraxis bekannt zu machen, sie würden sich auf
einen anderen Weltkörper versetzt glauben. Der Vater der Lölker-
rechtswiffenschaft würde in dem G e ßn er'scheu Buche schwerlich sei-
nen eigenen Nachkommen erkennen und die prisengcrichtlichcn Ent-
scheidungen, die Soetbeer Mittheilt, würden Sir William Scott
auö Neu-Jerusalem und nicht aus Alt-England zu stammen scheinen.
Allein wenn auch die Vergangenheit staunend vor der Gegenwart
stehen würde, so haben wir, die den Gang der Ereignisse von jenen
Tagen bis auf unsere Zeit als den verbindenden Pfad vor uns lie-
gen sehen, nicht bloß keine Ursache, in jener Umwandelung etwas
Außerordentliches zu finde«, sondern oft sogar Anlaß, noch bestehende
Rechtsnormen als veraltet- kürzlich gemachte Zugeständnisse als nicht
weit genug gehend zu bezeichnen. In dieser Beziehung ist eine Re-
vision, wie Geßner sie versucht, selbst des neuesten Völkerrechts zur
See gaUz am Platze, und manche der Postulate, die Heffter schon
früher als die Anforderungen der Neuzeit formulirt hatte, sind selbst
in dieser neuesten Ausgabe immer noch fromme Wünsche des
Theoretikers geblieben.
Auf den ersten Blick mag freilich der Uebergang von der Praxis
deS letzten großen Seekriegs — der dänisch-deutsche war doch nur
ein Kampf auf einem Glase Wasser — zu der heutigen Anwendung
der völkerrechtlichen Grundsätze über Kriegführende und Neurale als
ein gewaltiger Sprang erscheinen, allein man muß sich erinnern,
daß der große Zweikampf zwischen England und Frankreich, der
mächtigsten See- und gewaltigsten Landmacht, mit seiner Papierblo-

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