Full text: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 3 (1856))

18. Temme, Anleitung zur Civilproceß-Praxis

Ttmme: Anleitung zur Ctvilproceß-PrariS.

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Grunde gelegten Verhältnisse der Advocat sogar eher ein günstiges
Resultat erwarten konnte als bei der ersten, indem nur in dem zwei-
ten Falle die Möglichkeit einer exceptio für den CallimachuS ent-
stehen konnte. —
Die Richtigkeit der responsa des Leaevola weist der Vers, für
beide Fälle aus dem klassischen Pandectenrechte nach, und nimmt da-
bei Gelegenheit (S. 40—48), eine genaue, mit vielen Quellenzeug-
nissen sorgfältig unterstützte Untersuchung über die Wirksamkeit der
Novation durch Stellvertreter einfließen zu lassen, aus der resultirt,
daß Novationen und Erlaßverträge, sowie jede andere dem Gläubi-
ger nachtheilige Abänderung der Obligation selbst von nothwendigen
Stellvertretern nur insofern giltig zu Stande gebracht werden kann,
als, denselben die Befugniß dazu für den einzelnen Fall besonders,
oder durch Verleihung unbeschränkter Dispositionsbefugniß über ein
ihnen anvertrautcs Vermögen ein für allemal ausdrücklich oder still-
schweigend erthcilt worden ist. —
Wir bekennen, daß uns die vorliegende Interpretation der Stelle
mehr zusagt als irgend eine der bisherigen, bei denen cs uns na-
mentlich ausgefallen ist, daß in den meisten derselben über das Wort
-.quasi“ in dem Satze -cum Herote — enavigavit“ wie ganz be-
deutungslos hinweggegangen worden ist. — Die Schrift wird gewiß
Jedem, der sich mit exegetischen Studien beschäftigt, schätzbar sein.
Zürich. Dr- H Mentz.

Anleitung zur Eivilprvcefi-PraxiS. Lc» Z. D. H. Tcmmc. Schaff-
hausen. Verlag der Fr. Hurter'schen Buchhandlung. 1855.
Das vorliegende Werk will (vergl. Einleitung §. 1 bis 5) eine
Enleitung zur Eivilproccß-Prariö überhaupt, und insbesondere einen
wissenschaftlichen Leitfaden für die praktischen Uebungen darbteten,
welche unter dem Namen Eivilproceßpraktika von AlterS her den Schluß-
stein deö akademischen Rechts-Studiums zu bilden pflegen. Daß seit
geraumer Zeit die sonst so massenhafte juristische Literatur kein Werk
dieser Art aufwcist, ist bekannt; und gewiß wird von Niemandem in
Abrede gestellt werden, daß gerade biefür ein Bedürfniß vorhanden
war. Die vorhandenen Werke ähnlicher Art (man vergl. das Ver-
zeichniß auf p. 8 im §. 4 der Einleitung) dattren sämmtlich aus
einer Zeit, seit welcher die deutsche Wissenschaft auch aus dem Ge-

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