Full text: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 3 (1856))

156 Leist: Erlaubte «ngeruf. Eingrcif. in fremde Vermögensangelegenheiten.
Wardt) Veranlassung gegeben, eine kleine Schrift über die Negotio-
rum gestio zu veröffentlichen, um, wie es im Vorworte heißt, „die
irrige Ansicht, welche Leist über Kterulff aussprtcht, rebus ipsis
et factis zu widerlegen." Ein cigenthümliches Zusammentreffen war
es, daß gleichzeitig von Leist fast derselbe Gegenstand als erstes
specimen zur Bewährung seiner „Dogmatischen Analyse" gewählt
wurde, und es lag für die Gegner die Aufforderung unmittelbar vor,
sich über diese neue literarische Erscheinung auszusprechen. Die Re-
daktion des romanistischen Theils dieser Zeitschrift hat hiezu den
Raum gewähren zu müssen geglaubt. Es schien ihr jedoch die Dank-
war dt'sche Reeension zu wenig der gerechten Anforderung zu ent-
sprechen, daß sie dem Leser ein richtiges Bild von der beurtheilten
Schrift gebe. Aus diesem Grunde läßt sie eine fernere Besprechung
durch eines ihrer Mitglieder unmittelbar folgen.

Diese Abhandlung verließ fast gleichzeitig mit unserer Bearbei-
tung der Negotiorum gestio die Presse. Es bedarf wohl kaum der
Bemerkung, daß dieser Zufall uns sehr angenehm überrascht hat,
insofern er uns Gelegenheit gibt, in Bezng auf denselben Gegenstand
die selbstständigen Resultate unserer Studien mit den selbstständigen
Forschungen eines, von Vielen wenigstens, gefeierten Schriftstellers
zu vergleichen. Dabet glauben wir keine Jmpietät gegen den Ver-
fasser zu begehen, wenn wir uns derselben offenen Sprache bedienen,
welche in seinen civilistischen Studien herrscht.
Der Verfasser behandelt die Lehre von den Jmpensen, die »et.
de in rem verso und die negotiorum gestio. Von der letzteren,
welche uns hier allein interessirt, soll eine vollständige Darstellung
nicht gegeben werden. Insbesondere schließt der Verfasser daS ganze
Gebiet der act. neg. g. directa aus, und will auch die act. con-
traria nur soweit besprechen, als dteS der Zweck seiner Abhand-
lung mit sich bringt.
Die gründliche Verachtung, welche der Verfasser gegen alle
juristischen Produktionen der Vergangenheit und Gegenwart in seinem
ersten Heft der „civilistischen Studien" durchblicken läßt, tritt uns
hier in noch viel stärkerem Maaße entgegen. Der Verfasser spricht
unverholen die Ansicht aus, daß das Institut der Negotiorum gestio
allen bisherigen Juristen eine vollständige terra incognita gewesen,

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