Full text: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 3 (1856))

15. Leist, das erlaubte ungerufene Eingreifen in fremde Vermögensangelegenheiten (Impensen, actio de in rem verso, negot. gestio)

Leist: Erlaubte ungerus. Eingreif, in fremde Vermögensangelegenbeiten. 155
hingewiesen, daß der Erklärungsgrund für die Dreizahl weit hinter
dem Begriffe des Patriciats in der Geschichte zurückliegt. Die Drei-
theilung im Religions- und Staatswesen ist den altitalischen Völkern
ureigen, und das Römische Volk führt sie wie ein Erbstück mit sich.
Wir finden sie bei Etruskern, Sabinern und Latinern. Res. erinnert
nur an die politische Eintheilung Mantua's, Albalonga's und des
Latinerbundes, sowie an die sabinischc Götter-Trias. (s. S chwegler,
Rom. Geschichte S. 501 ff. und S. 697. Huschke, Sero. TuU.
S. 86. Note 33*.) Zwar geben wir zu, daß wir nun mit unse-
rer Erklärung nicht weiter zu kommen vermögen; allein wir ste-
hen auch an den Grenzen der Geschichte. Und wäre Vers, nur so
weit vorgeschritten, atistatt sich bei dem Patriciat willkürlich die Thüre
zu verschließen, so batte er nicht nötbig gehabt, sich mit den dreißig
Städten der Prisci Latini und den dreißig Scrvianischcn Tribus so
viel unnütze Plage zu machen, „weil daraus vielleicht gefolgert wer-
den könnte, daß die Dreizahl plebejisch sei!" Es wäre unserer
Ansicht nach lohnender gewesen, wenn Vers, anstatt seine Kräfte an
ein Abstractum zu verschwenden, bei seinen Erklärungen von den äl-
testen Traditionen alö gegebenen T b a t s a ch c n ausgegangen wäre
und ihre Spuren durch das Gewebe von Heiligem und Profanen hin-
durch verfolgt hätte. Er hätte uns dann ein neues Bild der Eon-
tinuität Römischer Entwicklung entfaltet, während jetzt die einzelnen
von ihm zusammengetragcnen Daten zu einseitig als Beweismittel für
seine Abstraktionen ausgebeutct werden.
Wir wollen nicht verkennen, daß Verf. Fleiß, Kenntnisse und
Sinn für das Altertbum an den Tag gelegt bat. Allein seine Schrift
hinterläßt keine Befriedigung, sondern den Eindruck einer Vorstudie.
Auch die Form und Darstellung ist sebr mangelhaft. Vielleicht wäre
es daher hesser gewesen, wenn Verf. die Publication seiner Arbeit
noch so lange verzögert hatte, bis der zähe Stoff in ihm selbst mehr
Gestalt und Leben gewonnen. R Stirrtzrng.
Das erlaubte ungcrufcne Eingreifen in fremde Dernrögensan-
gelegenheiten (Jmpcnsen, actio de in rem verso, negot. gestio)
von Dr. Burkard Wilhelm Leist. (Eivilist. Studien Heft I!.) Zcna,
1655. 8. 214 S.
Das Erscheinen des ersten Hefts der „Civilistischen Studien"
von Leist hat dem Verfasser der nachfolgenden Recension (Dank-

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