Full text: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 5 (1859))

1* a s » y: Des origines de la conimunaut^ de Kiens entre epoux. 283
IV, c. 16, wo die Associationsidec von der Ehe durchgeführt wor-
den) die Errungenschaft nicht als Miteigcnthum der Frau, sondern
als ausschließliches Eigenthum des Mauues angesehen worden, daher
jenes Recht wenigstens, welches die Bolksrechte der Frau daran ein-
räumten (denn in den Dotalitien konnte und wurde in der Regel
auch ein Anderes bestimmt), ein bloßes Wittwenrecht — gain de
Burvie, also ein Erbrecht — droit de succession — und darum
cntsagbar gewesen sei. Dieses Recht der überlebenden Frau be-
schränkt aber der Vers, nicht auf die Errungenschaft, sonorrn dehnt
es ans, ohne rinnt Grund dafür anzugeben, ans die Fahrniß.
Wie der überlcbeitdc Mann Alles an sich gezogen habe, Errungen-
schaft und Fahrniß, so habe die Wittwe auch ihren Antheil an bei-
dem aus dem Nachlaß des Mannes an sich gezogen, und nicht blos
etwa zu Nießbrauch, sondern zu dauerndem Eigcnthum. de oonlond«
& dessein, sagt er, les aequots et les rueubles; la fortune mobi-
lere etait si peu considerable, et il eut 6l6 si difficile de distin-
guer celle du man et eelie de la lemnie. La ieuirnc est et u’eet
qu’une beritibre, saus droits laut que vit le de cujus, niais, dfes
qu’il est mort, p r o p r i e t a i I e. Daß diese Behauptung nicht blos
problematisch, sondern sogar ganz unbegründet ist, braucht hier kaum
bemerkt zu werden; sic ist aber, wie wir spater sehen werden, ein
wesentliches Postulat seiner Theorie.
Von den Germanen geht sodann der Vers, aus die Romanen
über, und weist nach, daß das droit aux acquets, wie es bei jenen
aus der Morgengabc bervorging, so bei diesen sich gleichfalls unter
dem Einfluß der Kirche aus der im Süden üblichen dooatio propter
nuptias entwickelte. Gerade aus der Annäherung des Südens und
Nordens in diesem Rcchtsinstitut schließt der Vers., daß cs nur der
Kirche seinen Ursprung zu verdanken babe.
Nach einer gründlichen Forschung der cinschlagenden Stellen der
leges barbarorum und der übrigen Rcchtsquellen des fünften bis
achten Jahrhunderts gelangt der Vers, an die für die gegenwärtige
Untersuchung interessanteste Periode des st. bis zum 11. Jahrhundert.
Ueber diesen für die Rechtögeschichte bis jetzt so räthselhaften Zeitab-
schnitt ist in Folge der in den letzten Jahren neurdirten Urkunden-
sammlungen viel Licht verbreitet worden; aber nicht bloö diese, son-
dern auch viele noch unedirten Quellenwerke hat der Vers, benutzt
und theilweise excerpirt, was seiner Abhandlung unstreitig einen

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