Full text: Kritische Zeitschrift für die gesammte Rechtswissenschaft (Bd. 5 (1859))

282 P assy: Des origines de la communaut£ de biens entre opoux.

Sie zerfällt in vier Abschnitte. In dem ersten (des origines
celtiques, roraaines et germaniques de la communautd) weist der
Verfasser nach, daß die Anfänge der Gütergemeinschaft weder im
celtischen noch im römischen, noch aber auch im altgermanischen Rechte
(des Tacitus) zn snchen sei. Insbesondere bekämpft er die in Frank-
reich von Kvnigswarter, Klimrath, Dnbois und Ginoulhiac vertretene
Ansicht, daß sie aus dem germanischen Mundium abzuleiten sei, je-
doch nur aus dem Grunde, weil das Mundium dem Wesen der Gü-
tergemeinschaft geradezu entgegengesetzt sei: 1'essenee de la commu-
nauts sagt er, est l'sgalits daus l'assoeiatiun, tandisque 1'essenee
de la puissance maritale est la hidrarcliie! ? (©. 8).
Dagegen sucht er in dem zweiten Abschnitt (de la eommunaute
du cinquifeme au ouzifeme sieele) den Ursprung der Gütergemein-
schaft in dem Rechte, welches vom fünfzehnten Jahrhundert an den
Frauen in mannichfaltigster Weise an der Errungenschaft eingeräumt
wurde (droit aux acqueta.) Dieses Recht sei aber den alten Ger-
manen selbst fremd gewesen, und erst von der Kirche eiugesührt wor-
den, welche bei ihrer Auffassung der Ehe als einer Genossenschaft,
worin Mann und Frau gleichberechtigt sei» sollen, theils ihre Mit-
wirkung bei der Abschließung der Eheverträge (wie sie uns so viel
fach in den Formulae erhalten sind), theils ihren Einfluß bei der
Abfassung der Volksrechte dazu benutzte, der Frau an dem in Folge
des Erbgutösystems allein noch disponiblen Errungenschaftsvermögcn
nach und nach einen Antheil zu sichern. Dieses sei im Anschluß an
die dos geschehen, ohne welche seit dem Concilium Arelatense keine Ehe
gültig eingegangen werden konnte (imltum sine dote liat conjugium),
indem einerseits durch Ehevertrag (dotalitium) außer der eigentlichen
dos regelmäßig noch eine bestimmte Quote (meist '/.,) der Errungen-
schaft ausgesetzt, andrerseits an diese Sitte sich anschließend in den
meisten leges barbarorum bestimmt wurde, daß in Ermangelung einer
vertragsmäßigen Disposition, die Frau im Falle ihres Ueber-
lebe ns nicht bloß eine bestimmte Summe als dos, sondern auch
einen aliquoten Theil der Errungenschaft wenigstens alsdann erhal-
ten soll, wenn ihr der Mann keine Morgengabe auSgeworfen habe
(Fex liipuar. XXXVII 2). Aus diesem letzteren Umstande argu-
mentirt der Vers, weiter, daß dieses von ihm s. g. droit aux acquets
von der Kirche dem ihr anstößigen Institut der Morgengabe substi-
tuirt worden sei. Uebrigens sei (außer in der Fex Visigotdorum

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