Full text: Volume (Bd. 4 (1857))

Aur neuesten civilistischen Literatur.

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diese Mittel gegen die „auf dem Wege zwischen Klage und Urtheil"
liegenden Gefahren processualische Sicherungsmittel. Nur
auf die dazu dienenden Rechtsgeschäfte beschränkt sich seine Schrift,
mit Uebergehung der materiellen Sicherungsmittel, welche
einer dritten „auf dem Wege zwischen Urtheil und Vollziehung"
liegenden Gefahr, der Gefahr der Zahlungsunfähigkeit des Ver-
urtheilten, zu begegnen geeignet sind. Im römischen Rechte kom-
men als zu jenem Zwecke dienend namentlich Stipulation und
Urkunde vor, neben welchen als materielle Cautio die Satisdatio
steht. „Den Ausgangspunkt dieses ganzen Cautionswesens aber
bildete die Stipulation," welche in späterer Zeit zu Erreichung
des zweiten der obengenannten Zwecke mit der Urkunde sich ver-
band, und in dieser Verbindung (als Stipulationsurkunde, vor-
zugsweise Cautio genannt) eine Bedeutung gewann, „kraft welcher
sie unmittelbar in das heutige Recht hereinragt."
Nach dieser Einleitung unternimmt der Vf. zunächst die Wirk-
samkeit der Stipulation in jener Beziehung und die Bedeutung
ihr verwandter Rechtsgeschäfte nach römischem Rechte bis zu Ju-
ftinians Zeit darzulegen, und dann auf dieser Grundlage die Lehre
des heutigen Rechts aufzubauen, deren Darstellung den eigentlichen
Zweck seiner Schrift bildet. Diese zerfällt demnach in zwei Haupt-
theile: I. Römische Grundlagen (§. 3 — 39, S. 8 — 148), II.
heutiges Recht (§„ 40—70, S. 151—287). Daran schließt sich
als Anhang (S. 291—336) noch eine besondere Ausführung über
die exceptio non numeratae pecuniae. Wir halten es für an-
gemessen, vorerst die wohldurchdachte und consequent ausgeführte
Entwickelung des Vf., ohne Unterbrechung durch störende Kritik
des Einzelnen, dem Leser im Auszüge darzulegen, und uns unser
Urtheil über das Ganze und Bemerkungen über Einzelnes für daS
Ende dieses Artikels vorzubehalten.
I. Römische Grundlagen.
Jede Vermögenszuwendung steht in nothwendiger Rückbe-
ziehung zu einer juristischen Function, welche dieselbe auszuüben
bestimmt ist (causa i. w. S.). Sie kann entweder Selbstzweck
teyn, dann fällt sie unter den Begriff der Schenkung, deren Cha-
rakter in der Negation einer anderweitigen causa liegt, welche
Negation aber als dem Handelnden bewußte selbst zu einer causa
wird (donandi causa); oder sie kann um eines außer ihr liegenden
i*

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