Volltext: Kritische Ueberschau der deutschen Gesetzgebung und Rechtswissenschaft (Bd. 5 (1857))

14.2. Dr. Aug. Kluckhohn, Geschichte des Gottesfriedens. Leipzig. 1857

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Kurze Anzeigen.

So sehr wir für die Einigung des Grundbuches mit dem
Hypothekenbuche sind, und obwohl wir die praktischen Vortheile
der angeregten weitern Verbindung keineswegs verkennen, so
glauben wir doch, daß letztere in Berücksichtigung des gegenwär-
tigen ^eschäftsorganismus und der festgewurzelten Competenzregu-
lirung in der Ausführung auf nicht unerhebliche Hindernisse stoßen
würde.
Wir schließen mit des Autors Wunsch, daß mit Gottes Hülfe
recht bald eine durchgreifende Umwandlung der Civilrechtspflege
herbeigeführt werden möge. — E —

2) Dr. August KluckHorn, Geschichte des Gottesfriedens. Leipzig,
1857. S. 150.
Die Untersuchung der Landfriedensordnungen des deutschen
Mittelalters hat den Verfasser dahin geführt, den Ursprung und
die Ausbildung des sogenannten Gottesfriedens genauer zu erfor-
schen. In dieser Schrift theilt er die Resultate seiner fleißigen
Arbeit mit. Die furchtbare Verwirrung und Rechtsunsicherheit
im Frankenreiche nach der Auflösung der karolingischen Monarchie
im 10. und 11. Jahrhundert verlangte dringend nach außerordent-
lichen Heilmitteln. Die königliche Macht und die Staatsgewalt
überhaupt war völlig gelahmt, die kirchlichen Mahnungen und
Zuck'tmittel wirkten nur sehr ungenügend und nur momentan.
Das ganze Land ward von unzähligen Fehden zerrüttet, der Ver-
kehr gehemmt, Mord und Raub an der Tagesordnung, und im
Gefolge des innern Krieges aller wider alle kam die Hungersnoth
und die Pest und machte das Maß des allgemeinen Elends voll.
Ju solchen Zeiten entschlossen sich dann unter dem Eindruck der
Noth in manchen Gegenden die sonst übermüthigen und rauf-
lustigen Großen zu gemeinen Friedensgelöbnissen. Eine
höchst merkwürdige Friedensverbrüderung solcher Art war
bas Gelöbniß vom Jahr 1036, welches sich von Aquitanien aus
Äer Arelat, Burgund und ganz Frankreich verbreitete. Die Geist,
lichkeit förderte das Werk, das auf eine unmittelbare Eingebung
Gottes gestützt ward; durch einen feierlichen Eid wurde der Friede

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