Full text: Volume (Bd. 5 (1857))

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Zur neuesten civilistischen Literatur.

eines anderen Anspruches geltend gemacht. — W. bemerkt zu-
nächst (S. 94), daß L. 8. und L. 11. §. 3. D. de exc. rei jud.
und L. 25. 8. 8. Dig. famil. erc. (X. 2.) nicht für S. beweisen,
weil die Klagen in beiden nur einen formellen Unterschied haben.
Müßte man dieß auch zugestchen, so wäre doch die Auslegung zu
beanstanden, welche W. dem hieher gehörigen Theile der eit. L. 7.
§§. 4. 5. de exc. rei jud gibt. Ulpian erklärt daselbst die
Einrede für zulässig, wenn zuerst die bered, petitio, und dann
die Eigenthumsklage oder Forderungsklage angestellt wird. Ulpian
soll vom Ganzen auf den Theil schließen, die exceptio alw wieder
in ihrer negativen Function anerkennen. Da aber als Gegen-
stand der her. pet. nicht die Erbschaft, sondern das Erbrecht ist,
so paßt dieser Schluß nicht, und ich lege die Entscheidung
Ulpian's in der obigen Weise, nur in umgekehrter Richtung
aus, sehe sohin die Stelle als für Savigny beweisend an. —
I.. 26. 8- 1. Dig. de exc. r. j. erklärt W., ähnlich wie die eben
berührte Stelle, dahin (S. 96) daß derjenige, welcher zuerst auf
das Grundstück, und später auf die demselben nachher zuge-
wachsene Insel klagt, in der zweiten Klage eigentlich nichts an-
deres begehre, als was er in der ersten begehrte. Allein hier
wird etwas eingeklagt, was erst später zu der Hauptsache hinzu-
kam, das nur unter der Voraussetzung des Eigenthums an der
Hauptsache erworben wurde. Die Stelle beweist also für S.
Von diesem Gesichtspunkte muß auch L. 7. 88- 1. 3. eod. aus-
gelegt werden, welche W. S. 97 nur zum Theile wieder gibt.
Er hält sich an die Worte „exceptio non nocet." und folgert
daraus, daß in L. 26. 8- 1. eit der Entscheidungsgrund um so
gewisser in dem Schlüsse vom Ganzen auf den Theil zu suchen
sey, weil sonst beide Stellen sich widersprechen würden. W. hält
L. 7. §8- 1. 3. cit. sogar für ein direetes, aber doch nicht ganz
entscheidendes Zeugniß gegen S. (S. 97). Allerdings scheint
zwischen dem 8- 1. und dem 8- 3. der L. 7. de exc. r. j. ein
Widerspruch zu seyn, allein schon Vangerow hat (Pandeeten I.
§. 173) bemerkt, daß 8- 3. von einem obsiegenden Kläger zu ver-
stehen iey. Hiermit fällt der Widerspruch zwischen beiden 88.
der L. 7. weg, und sohin auch die Veranlassung, die L. 26.8. 1
im Sinne W.s auszulegen. — W. hebt endlich hervor daß L.33.8.1
de exc. r. j. nur im Sinne S.s verstanden werden können (S. 98 f.).

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