Full text: Kritische Ueberschau der deutschen Gesetzgebung und Rechtswissenschaft (Bd. 5 (1857))

8.3. Fr. Noellner, das monarchische Princip und die deutschen Staatsverfassungen der neueren Zeit. Braunschweig. 1856

Kurze Anzeigen.

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daß der Verfasser nicht folgerichtig verfahre, wenn er dem Buche
von Heffter den Mangel eines bestimmten leitenden Grundsatzes
an mehreren Stellen zum Vorwurfe macht. Wir hatten es er-
klärlicher gefunden, wenn er gerade das Heffter'sche Werk als einen
Beweis für die Wahrheit seiner Darstellung aufgeführte hätte*).
P.

3) Fr. Noellner, das monarchische Prineip und die deutschen
Staatsverfassungen der neueren Zeit. Braunschweig 1856.
Der Verfasser dieses Buches, welches „für die Träger all-
gemeiner deutscher Bildung", und unter diesen vorzugsweise für
die Beamten geschrieben worden ist, hat sich keine geringere Auf«
gäbe gewählt, als die principielle Reform verdeutschen
Verfassungszustände. Da wir des leeren Geredes über so
wichtige Dinge schon zu viel gehört haben, so fordern wir nun
von jedem, der ein wissenschaftliches Wort darüber ergreifen will,
etwas mehr als bloße Klagen, Hoffnungen, Versicherungen, Erin-
nerungen , Gefühlsergießungen und dergl., wir verlangen vor allen
Dingen von ihm Verstand; wir wollen Verstand in der Prüfung dev
wirklichen Zustände mit ihren Mangeln und ihren Ansätzen zur Bes-
serung, und Verstand in der Erwägung der Mittel, diese herbei-
zuführen. Wenn dieser Verstand sichtbar ist, dann nur gewinnen
wir Vertrauen, und felgen dann auch ohne Widerstreben dem
Schwung der Begeisterung für die Größe und Herrlichkeit des
Vaterlandes, ohne jene Voraussetzung aber kann uns diese nur ein
kaltes, im günstigsten Falle ein wehmüthiges Lächeln entlocken.
Sehen wir zu, inwiefern unser Verfasser dieser Anforderung ge-
nügt hat.
Dem tief und allgemein gefühlten Mangel an Einheit,
in Folge dessen dem Mangel an Macht, an dem Deutschland
unläugbar leidet, verleiht er an vielen Stellen einen lebhaften
Ausdruck. Die Zersplitterung der deutschen Macht gilt auch ihm
als das schwerste nationale Nebel. „Es gibt kein Land in Europa,

* Eine andere Abhandlung über diese Materie (Auäisio Guglielmo
Prof, juris naturae et gentium fundamenta Napoli 1856. 8.) konnten,
wir bisher nicht erhalten.

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