Volltext: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

4

F. Eisele,

die zwei an sich zur Publiciana Berechtigten einander als
Proceßparteien gegenüber stehen, also der Eine Besitzer ist,
'verstößt zwar nicht gegen den Wortlaut der Stelle, und hat
auch die Autorität des schon erwähnten Antecessor Stephanus
für sich (in dem Note 3 erwähnten Schotten) ist aber auch
durch nichts geboten, es sei denn, was namentlich durch die
Erläuterung des Stephanus deutlich hindurch schimmert, durch
das Bedürfniß, den angeblichen Widerspruch zwischen Neratius
einerseits, Julian und Ulpian andrerseits zu heben. Die wei-
tere Bestätigung, die Vangerow für seine Auffassung in der
Wendung „i8 ex nobis tuendus est“ (die auf einen Be-
klagten gehen soll) zu finden vermeint, fällt, wenn es Hie-
wegen überhaupt eines Quellenzeugnisses bedarf, durch einfache
Verweisung auf den Passus in I. 16 si serv. vind. (8,5):
quaero an ex hae causa actione quadam vel excep-
tione tuendus sim dahin. Eine dritte Möglichkeit, gegen
welche sich aus dem Wortlaut der Stelle wiederum nichts Ent-
scheidendes beibringen ließe, wäre noch die, daß Neratius beide
erwähnten Fälle im Auge habe, und dies scheint Delbrück
(a. a. O. S. 307 Note 3) anzunehmen. Ich halte es jedoch
nicht für möglich, daß ein römischer Jurist gegen die Verschieden-
artigkeit dieser beiden Fälle so unempfindlich gewesen, daß er
nicht einmal angedeutet hätte, er meine beide; und daß der
letzte Satz si alter ex nobis a domino emisset, is omni-
modo tuendus est für beide Fälle richtig ist, beweist natür-
lich noch lange nicht, daß der Jurist dabei auch an beide
Fälle dachte.
Es erscheinen also zwei Personen (A und B)y bei welchen
beiden die Voraussetzungen der actio Publiciana gleichmäßig
vorhanden sind, mit dem dritten Besitzer (?) der fraglichen
Sache vor dem Prätor; so wohl der A als der B verlangt gegen

Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer