Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

Civilistische Kleinigkeiten.

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er erhält, was er zu fordern hätte, als Restitutionsobjekt der
hereditatis petitio.
Es ist also die Stelle sowohl'in ihrem ersten allgemein
redenden Theil als in dem zweiten, eine specielle Anwendung
enthaltenden Satze für die Haftung des malae fidei possessor
für culposen Besitzverlust vor der lit. contest. in der heredi-
tatis petitio beweisend; folglich auch für denselben S-'tz be-
züglich der rei vindicatio (arg. 1. 27 § 3 de rei vind.).
Dieses Resultat ist es auch allein, welches dem praktischen
Bedürfniß genügt. Des praktischen Bedürfnisses wegen hat
man der hereditatis petitio und demnächst auch der rei
vindicatio durch Aufstellung der Regeln der ficta possessio
eine denselben an sich nicht zukommende Funktion gegeben: es
galt, Fälle zu treffen, in welchen persönliche Klagen wie con-
dictio, actio legis Aquiliae versagten, sei es schlechthin, sei
es in ihrer damaligen Entwicklung. Das aber ist klar, daß
jene persönlichen Klagen im Falle culposen Besitzverlusts eben-
so oft im Stich lassen werden, wie bei dolosem; gerade die
1. 25 § 2 eit. enthält einen Beleg dazu. Wenn man aber
den ursprünglichen Kreis einer Klage erweitert, so ist es nicht
zu vermeiden, daß der erweiterte Kreis in andre Klagenkreise
hineinschneidet, und um so tiefer, wenn auch diese mit der Zeit
eine Erweiterung erfahren; daß also für eine mehr oder minder
große Zahl von Fällen eine Konkurrenz von Klagen entsteht.
Diese nichtbeabsichtigte Folge haben die Römer sich gefallen
lassen, und sich wohl gehütet, die einmal erweiterte dingliche
Klage nun wieder überall da zu versagen, wo jetzt eine persön-
liche Klage sich als ausreichend erweisen mochte: das hätte zu
einer endlosen, und für den Berechtigten, dem ja doch geholfen
werden sollte, gefährlichen Kasuistik führen müssen. Wozu aber
diese allgemeine Betrachtung? Blos, um schließlich noch den
Gedanken abzuweisen: Ulpian habe in der 1. 25 §2 die culpa

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