Full text: Volume (Bd. 14 = N.F Bd. 2 (1875))

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F- Eisele,

nemlich Jemand eine Erbschaftssache besitzt, während andre Erb-
schaftssachen in andern Händen sind, so hat zwar, wenn jene
Sache vor der lit. cont. zu Grunde gegangen ist, an und für
sich auch nur eine Verminderung der Erbschaft Statt gefunden.
Jener Besitzer hastet aber mit der hereditatis petitio ledig-
lich, weil er jene einzige Sache (pro dereäe oder pro
possessore) besitzt; für ihn d. i. soweit seine Beklagtenquali-
tät in Frage kommt — und das ist es allein, worauf es hier
ankommt — ist diese Verminderung der Erbschaft (der Unter-
gang der gerade von ihm besessenen Nachlaß-Sache) so gut
wie der Untergang der ganzen Erbschaft, Falls er allein die
ganze Erbschaft besessen hätte. Es ist sonach ins Auge zu
fassen nicht das Verhältniß des Verlorenen zu dem Objekt der
Kereäitati8 petitio, als welches stets die llereäitu8 erscheint,
sondern das Verhältniß des Verlorenen zu dem, was der Be-
klagte überhaupt aus der Erbschaft besitzt und was ihn eben
der Erbschaftsklage unterwirft. M. a. W.: wenn Jemand nur
eine Erbschaftssache besitzt und sie verliert, so hat das für die
hier behandelte Frage ganz dieselbe Bedeutung, wie wenn bei
der specialis in rem actio der Beklagte das Vindications-
objekt verliert, und es ist offenbar irrelevant, daß dort das
Verlorene mit dem formalen Objekt der Klage, der hereditas,
nicht zusammenfällt; materiell ist ohnehin auch dort nur das
Objekt der Klage, was restituirt werden soll. Die Stelle um
die es sich handelt könnte daher nur dann als beseitigt gelten,
wenn behauptet werden könnte, es handle sich in derselben nur
um eine Verminderung nicht der Erbschaft überhaupt, sondern
der im Besitz des Beklagten befindlichen Erbschaft.
Diese Behauptung aber wäre, wie wir sogleich zeigen werden,
unrichtig.
Wir wenden uns nun zu der 1. 25 §2 selbst. Sie
lautet:

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