Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 30 = N.F Bd. 18 (1891))

6. Die actio de dejectis et effusis im deutschen Entwurfe

IV.
Die actio de dejectis et effusis tut deutschen Entwürfe.
Bon Unger.
Studien über das Recht des Schadenersatzes und dessen
Ausgestaltung im römischen Recht, in den modernen Gesetz-
gebungen und in dem Entwürfe eines bürgerlichen Gesetzbuchs
für das Deutsche Reich haben mich unter anderem auf die
actio de dejectis et effusis geführt. Es ist nun interessant,
die Bestimmungen des römischen Rechts über diese Obligation
mit den Vorschriften des deutschen Entwurfs (§§ 729 bis
732) r) zu vergleichen: an diesem an sich wenig bedeutenden
und verhältnißmäßig unwichtigen Falle läßt sich der ganze
Unterschied zwischen einer praktischen zweck- und zielbewußten
Behandlung und einer doktrinären, vor allem auf die „juristische
Conftruktion" bedachten Methode der Gesetzgebung erkennen
und ermessen.
Das prätorische Edikt hat bekanntlich im wesentlichen be-
stimmt, daß der Bewohner des Raumes, von dem aus nach
i) § 729 deS deutschen Entwurfs, der hier allein in Betracht kommt,
lautet:
„Ist auS einem Gebäude nach einer öffentlichen Straße oder nach
Orten hinaus, wo Menschen zu verkehren Pflegen, eine Sache ausgegosfen
oder auSgeworfen und dadurch ein Anderer beschädigt, so hat dieser gegen
den Inhaber deS Gebäudes oder, wenn Mehrere das Gebäude nach Abthei-
lungen inne haben, gegen den Inhaber deS TheileS, von welchem auS der

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