Volltext: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 30 = N.F Bd. 18 (1891))

Noch einmal der Besitzwille.

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Anwendung bringen bei der Frage, ob bei dem Eingriff eines
Dritten in die Inhabung des Nutzbesitzers nur der letztere oder
neben ihm auch der Eigenbesitzer klagen könne. Er bejaht
sie in letzterem Sinn, wenn und insoweit durch den Eingriff
des Dritten auch das Interesse des Eigenbesitzers afficirt wird *).
Ich widerspreche auch hier, ich vermag den neben einander
bestehenden possessorischen Schutz des Eigen- und Nutzbesitzers
nicht zu billigen; den Römern lag bei dem sog. abgeleiteten
Besitz die gleiche Frage vor, und sie entschieden dahin, daß
quoaä interäieta lediglich der Pfandgläubiger besitze*), und
das ist auf jeden abgeleiteten Besitzer, heute auf jeden selb-
ständigen Inhaber zu beziehen; hierbei glaube ich mich in
Uebereinstimmung mit Ihering zu befinden.

1) Ebenso Cosak in den Beiträgen Heft 13 S. 18.
2) 1, 1 § 15 D. de acq. poss. 41, 2; 1. 16 D. de usurp. 41, 3.

XXX. N. F. XVIII.

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