Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 17 = N.F Bd. 5 (1879))

Annahme und Annahmeverzug.

333

— Mut. IV p. 1012), in lib. I Papin. de adult. (IV p. 1362),
in lib. XI Respons. Papin. (IV p. 1224), in lib. III Quaest.
Paulli (V p. 941). Vgl. auch §. 32 Konk.-O.
Dies ist das Problem, und diesem muß durch wissenschaft-
liche Konstruktion genügt werden. Ein Lösungsversuch drängt
sich sofort aus: die Zahlungskraft der Aussetzung oder Deposition
ist pendent : sie gilt, falls die Sache nicht zurückgenommen wird,
sie gilt nicht und die Schuld erscheint als in keinem Momente
getilgt, falls eine Rücknahme stattfindet. Schon Donell hat
an diesen Lösungsversuch gedacht, ihn aber mit Recht verworfen:
nee si reeipiat postea, ideo prioris temporis conditionem
immutari, alioquin nec pro eo tempore recte diceretur
liberatus, de I. civ. XVI c. 14 §. 8; man käme hiermit zu
dem unzulässigen Resultat, daß nunmehr auch für die Zeit der
Aussetzung oder Deposition nachträglich die entsprechenden Zinsen
nachzuzahlen wären; so ist aber die Sache entschieden nicht, denn
nummi steriles ex eo tempore (wo der Depositionsakt unter-
brochen wird) non erunt, fr. 7 de usur., vgl. Sintenis,
das prakt. gemeine Eivilrecht II S. 413.
Bevor wir zur definitiven Lösung des Problems übergehen,
blicken wir uns in der juristischen Welt nach analogen Fällen um,
und hier bieten uns die bereits berührten Obligationen, welche
den Schuldner nur zur Absendung verpflichten, einen treffenden
Vergleich. Auch hier ist der Schuldner bereits mit der Hingabe
zum Transport liberirt, wenn auch die Waare noch nicht in den
Besitz des Gläubigers gelangt und daher noch nicht sein Eigen-
thum geworden ist, Ihering, Iahrb. IV S. 418 sg., die ver-
suchte Leistung wird als vollendet betrachtet. Aber auch hier
steht es in der Macht des Schuldners, die Waare während des
Transports anzuhalten und die Sache zurückzunehmen *). Kein

l) Darf er es ohne Vertragswidrigkeit? Ich glaube: Ja. Man
wendet ein, die Leistung werde dadurch einer mehrfachen Gefahr ausgesetzt,

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer