Full text: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts (Bd. 23 = N.F Bd. 11 (1885))

Civilistische Kleinigkeiten.

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aufstellte, dahin gehend, daß jede Tradition Eigenthum über-
trage. bei welcher der Geber Schenkung beabsichtigte, sofern
der Empfänger irgend ein den Eigenthumsüber-
gang als Moment in sich schließendes Geschäft im
Sinne hatte, und daß in allen diesen Fällen das vom Em-
pfänger intendierte Geschäft (Darlehen, Zahlung, Dosbestellung,
Bedingungserfüllung) zu Stande komme: das ist eine Frage,
welche zu beantworten wir nicht in der Lage sind.
Wir wollen nun noch, da wir Julians Standpunkt dar-
gelegt haben, uns auch von dem Ulpians Rechenschaft geben.
Ulpian steht auf denl formell-juristischen Standpunkt, wel-
cher uns Modernen sicherlich mehr zusagt, als derjenige Julians.
Von diesem Standpunkt aus geht es allerdings nicht an, die
eausa und den animus äonanäi als das mains und die
eausa und den animus ereäencki als ein in jenem maius
enthaltenes minus anzusehen, und danach in dem referierten
Falle Consens auf das minus und folglich ein mutuum (zu
dem ja Consens gehört) anzunehmen. Ferner aber ist es un-
zulässig, weil mit dem Wesen der eausa unverträglich, jeden
der beiden causalbestimmten Willen in zwei Stücke zu zer-
legen, und eine Rechtswirkung zu statuieren, die dasjenige ent-
hält, was mach dieser Operation auf beiden Seiten als überein-
stimmender Willensgehalt übrig bleibt, nemlich Eigenthumsüber-
gang. Es bleibt also nichts übrig, als jede Rechtswirkung zu
negieren und folglich zunächst Vindication des Gegebenen zu-
zulassen. Insofern haben alle diejenigen Recht, welche sich für
Ulpian erklären; sie haben aber, wie wir gezeigt zu haben
glauben, nicht Recht, wenn sie die soeben als unzulässig be-
zeichnete Operation dem Julian in die Schuhe schieben.
In der Motivierung, die Ulpian für seine Entscheidung
gibt, glauben wir noch die Ablehnung des Iulianischen Stand-
punktes herausklingen zu hören. Er konnte seinen Standpunkt

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